Fahrradtour Umrundung  Berlin

2. Teil: Erkner bis Mühlenbeck 

18. Juli2026

Der Berliner Mauerweg umrundet Westberlin auf dem ehemaligen Mauerstreifen der 1961 errichteten Sperrmauer zwischen Westberlin und der DDR sowie Ostberlins. Er umrundet den Westteil Berlins, die ehemaligen West-Sektoren der damals geteilten Stadt. Ich wollte die gesamte Stadt umfahren, auch den Ostteil Berlins. Im letzten Jahr bin ich eine erste Teilstrecke von Lichterfelde-Süd bis nach Erkner gefahren. Jetzt starte ich in Erkner die zweite Teilstrecke, von Erkner im Südosten bis nach Mühlenbeck im Norden Berlins.

Link zum 1. Abschnitt: Lichterfelde-Süd bis Erkner 

Ich starte den zweiten Abschnitt dort, wo ich den ersten Streckenabschnitt beendet habe, am S-Bahnhof Erkner. 

Radtour um Berlin, 2. Teil,
62 Kilometer, insgesamt 350 Höhenmeter

Erkner war einmal ein Luftkurort. Gerhart Hauptmann, Dramatiker, Schriftsteller und Nobelpreisträger für Literatur, hat dort einige Jahre gewohnt. Sein Haus in Erkner, heute ein Museum, habe ich vor einigen Jahren besichtigt. Auch sein Haus in Agnetendorf in Schlesien habe ich besucht.

Siehe den Beitrag: „Zu Gerhart Hauptmann und den Schlössern im Hirschberger Tal“ - Link zum Bericht 

Erkner war aber auch ein Industriestandort. Hier wurde eine erste Teerdestillation für die Imprägnierung von Bahnschwellen errichtet. Hier wurde auch das erste Bakelite-Werk gegründet. Im ersten Abschnitt der Umrundung habe ich das beschrieben. 

Von Erkner aus führte die Grenze zwischen Ostberlin und der DDR, heute die Stadtgrenze Berlins zu Brandenburg, in nordwestliche Richtung. Sie passiert zunächst den nördlichen Rand des Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzugs. Die jetzt bewaldeten Dünen sind am Ende der letzten Eiszeit durch Windverwehungen entstanden. Südlich des Waldgebietes liegt in der Niederung Rahnsdorf mit den Siedlungen Wilhelmshagen und Neu Venedig am Müggelsee.

Siehe dazu: „Stadtwanderung um den Müggelsee“ 

Anders als die Grenze West-Berlins war die Grenze zwischen Ost-Berlin und Brandenburg nicht gesichert und auch nicht besonders markiert. Ost-Berlin und Brandenburg waren zwar rechtlich getrennt, für Ost-Berlin galt der nach Ende des 2. Weltkriegs vereinbarte Vier-Mächte-Status für ganz Berlin, faktisch war es aber ein gemeinsames Gebiet zunächst der sowjetischen Verwaltung und dann der DDR. Für meine Tour um Ost-Berlin habe ich Straßen, Wege und Pfade möglichst nah dem Grenzverlauf gewählt. 

Ich umfahre die nördlich des Bahnhofs Erkner gelegene Bahnhofsiedlung. Sie wurde als Gartenstadt ab 1919 von einer Siedlungsgenossenschaft gebaut. Die typischen Tonnen- und Mansardendächer sind teilweise noch erhalten. Die meisten Gebäude wurden aber inzwischen modernisiert. Das in der Siedlung noch erhaltene Kopfsteinpflaster brauche ich nicht befahren, ich fahre auf einem angenehmeren Waldweg um die Siedlung herum. Die Pflaster-Strecken kommen erst noch. Die erste gleich in Schöneiche. Das oft von Baum-Alleen begleitete Kopfsteinpflaster ist schön anzusehen, aber holprig zu befahren und die Fahrgeschwindigkeit wir arg gebremst. 

Schöner Waldweg hinter der Bahnhofsiedlung

Kopfsteinpflaster in Schöneiche,
schöner anzusehen als zu fahren.

Westlich der Bahnhofsiedlung ist der Flakensee. Er ist Teil des Rüdersdorfer Gewässers, heute eine Bundeswasserstraße, über die der Rüdersdorfer Kalkstein transportier wurde. 

Nördlich des Waldgebietes und meines Radwegs befinden sich die Brandenburger Orte Woltersdorf und Schöneiche. 

Das Dorf und Gut Woltersdorf hatte die Stadt Berlin Ende des 15. Jahrhunderts in der Erwartung gekauft, dass der Rüdersdorfer Kalkstein auch in Woltersdorf gefunden würde, was aber nicht so war. Mitte des 19. Jahrhundert verkauft Berlin das Rittergut Woltersdorf wieder.
Nach wechselnden Besitzern, die den Wald vollständig abholzten, kaufte der preußische Staat ein größeres Areal und ließ es wieder aufforsten. 1915 kauft der Zweckverband Groß-Berlin, aus dem das heutige Berlin hervorging, vom preußischen Staat diese und andere große Waldflächen (innerhalb und außerhalb der Stadtgrenze: Grunewald, Tegel, Köpenick, Potsdam) zu einem günstigen Preis, aber mit der Verpflichtung zum dauerhaften Erhalt des Waldes.
Der Vertrag, als Dauerwaldkaufvertrag bezeichnet, gilt als Berliner Landesgesetz noch heute. Der Waldbestand sollte und soll wegen der Bedeutung für die Umwelt und zur Erholung der Bevölkerung erhalten bleiben (Landeswaldgesetz von 1979/1990). 

In Rüdersdorf, nördlich von Woltersdorf gelegen, wurde jahrhundertelang der Kalkstein für die Bauten Berlins gebrochen. Das Brandenburger Tor und das Olympiastadion bestehen aus Rüdersdorfer Kalkstein. Begonnen hatten die Mönche des Zisterzienserklosters Zina bei Jüterbog bereits um 1235 mit dem Abbau der Kalksteine. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde eine Schleuse (Schleuse Woltersdorf) am südlichen Ende des Kalksees gebaut, um den Transport des Kalksteins nach Berlin zu erleichtern. 

Schöneiche ist ein Beispiel für die Besiedlung des Gebietes um Berlin: 
Siedlungsfunde aus der Jungsteinzeit 4500 bis 2000 v.Chr., Urnenfeld von 800 v.Chr., Funde aus römischer Zeit (27 v.Chr. bis 284 n. Chr.), slawische Siedlung aus dem 5. Jahrhundert, 1250 Bewirtschaftung durch Zisterziensermönche (Errichtung einer Wassermühle), 1375 im Landbuch der Mark Brandenburg verzeichnet mit 1 Rittersitz und 12 Bauerngüter. 1762 kaufte der Hofbankier Friedrichs II. des Großen, Friedrich Wilhelm Schütze, einer der reichsten Berliner, das Dorf Schöneiche. Die Stadt Berlin kaufte das Rittergut Schöneich 1929 zur Erweiterung der Rieselfelder (mehr zu den Rieselfeldern weiter unten). 

Friedrich Wilhelm Schütze gehörte 1760 zu den Unterzeichnern einer Schuldverschreibung für die Zahlung von einer Million Silbermünzen (andere Quelle: 500.000 Taler) als Kontribution an die gegen Preußen verbündeten russischen, österreichischen und sächsischen Truppen.
Friedrich II. der Große, hatte 1740/42 das österreichische Schlesien überfall und erobert. Es folgte ein zweiter Schlesischer Krieg und 1756 bis 1763 der dritte Schlesische Krieg, auch als Siebenjähriger Krieg bezeichnet. In dem Krieg kämpfte ein Österreichisch-Französisches Bündnis gegen ein Preußisch-Britisches Bündnis um die Macht in Europa und um Kolonien in Nordamerika, Indien und Afrika. 
Während des Krieges besetzten gegnerischen Truppen Berlin. Plünderungen und Zerstörung öffentlicher Bauten folgten. Der Stadt wurde eine Kontributionszahlung auferlegt. Die Besetzung dauerte nicht lange, Truppen Friedrichs II. zwangen die Besatzungstruppen zum Rückzug.   

Hinter Schöneiche fahre ich an einem weiteren ehemaligen Rieselfeld Berlins auf Brandenburger Gebiet vorbei. Heute ist hier ein Naturschutzgebiet. Anstelle des Rieselfeldewurde 1976 das Klärwerk Münchehofe in Betrieb genommen, das heute noch Berlin gehört und Berliner Abwasser reinigt. 

Ehemaliges Rieselfeld bei Münchehofe

Die Grenze stößt auf das in der letzten Eiszeit (Weichsel-Kaltzeit, die vor etwa 115.000 Jahren begann und 100.000 Jahre dauerte) entstandene Erpetal und verläuft auf der westlichen Seite nach Norden. Im Mittelalter wurde die Erpe für den Antrieb von Wassermühlen genutzt, das Neuenhagener Mühlenfließ entstand. 

Neuenhagener Mühlenfließ

In der abgeschiedenen Lage des Erpe-Tals, in der Nähe der Ravensteinmühle, betrieb die DDR von 1964 bis zum Ende der DDR 1990 eine Journalisten-Schule für Journalisten aus Asien und Afrika. Hier wurden Journalisten aus Entwicklungsländern ideologisch geschult, um eine pro-sozialistische Medienelite aufzubauen.
 

Das Erpetal gehört zur Gemeinde Dahlwitz-Hoppegarten (die bekannte Reitanlage Hoppegarten liegt weiter östlich) auf der Brandenburger Seite. Auf der Berliner Seite befindet sich der Bezirk Marzahn-Hellersdorf, einer der durch die Platten-Hochhaus-siedlungen der 1970er und 1980er charakteristischen Ostberliner Bezirke.                 
An der Köpenicker Allee Richtung Hoppegarten

Hoppegarten ist durch seine Pferderennbahn bekannt. 1866 wurde von Mitgliedern aus ganz Deutschland der Union-Club für die Organisation von Pferderennen gegründet. Eine Galopprennbahn wurde auf dem von Heinrich von Treskow gepachteten Vorwerk des Gutes Hoppegarten angelegt. Nach Enteignung in der DDR-Zeit kam die Galoppbahn nach 1990 wieder in den Besitz des Union-Club. Nach Insolvenz des Clubs übernahm 2008 der Fondsmanager Gerhard Schöningh die Galopprennbahn. 

Zwischen Hoppegarten und Hellersdorf

Weiter im Norden stößt die Grenze bei Hönow auf die Hönower Weiherkette, die in der Weichseleiszeit entstanden ist (wie das Erpetal und viele andere Täler, Flussläufe und Seen-Ketten in und um Berlin). Sie verläuft in Ost-West-Richtung, im Gegensatz zu den meisten anderen in Nord-Süd-Richtung verlaufenden glazialen Rinnen (so die auch die bei Hönow beginnende Südostniederbarnimer Weiherkette). Die nach Berlin hineinführende Landsberger Allee wurde entlang der Hönower Weiherkette angelegt. Mein Weg folgt der Landsberger Allee, bis diese auf das Wuhletal stößt. Das Wuhletal ist durch eine (von Norden nach Süden verlaufende) eiszeitliche Schmelzrinne entstanden. Die Wuhle entspringt weiter nördlich bei Ahrensfelde und mündet in der Nähe des Fußballstadions des 1. FC Union Berlin „An der Alten Försterei“ in die Spree. 

Landsberger Allee am Wuhletal

Im südlichen Teil des Wuhletals liegen die „Gärten der Welt“ (mein Weg durch das Wuhletal beginnt weiter nördlich). Der Ursprung ist ein 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins eröffnete Gartenschau. Nach der Wiedervereinigung wurden mehrere internationale Gartenlandschaften als Gärtender Welt hinzugefügt (Chinesischer Garten, Japanischer Garten etc.) und 2017 wurde die IGA Internationale Gartenausstellung veranstaltet.
Siehe: „In den Gärten der Welt“  - Link zum Beitrag

Mein Weg folgt dem Wuhletal Richtung Norden bis Ahrensfelde. 

Wuhletal-Weg

Teile des Wuhletals werden von Schottischen Hochlandrindern gepflegt.
Gesehen habe ich keine, nur die Informationstafel.

Der "Wuhletalwächter",
Kletterturm am Wuhletal-Weg.
Er wurde nach der Wende 
aus 550 maroden Plattenbau-Balkonteilen 
und Spritzbeton aufgebaut.

Ahrensfelde  liegt am Niederbarnim, eine eiszeitliche Hochfläche im Norden des Berliner Urstromtals. Das Gegenstück ist im Süden die Teltow-Hochfläche. Vom 15. Jahrhundert bis 1872 war Ahrensfelde ein kurfürstliches bzw. königliches Dorf, das die Aufgabe hatte, den kurfürstlichen bzw. königlichen Hof in Potsdam mit Lebensmitteln zu versorgen. 

Dorfkirche Ahrensfelde
Die Dorfkirche stammt von 1768, der Kirchturm wurde 1876 hinzugefügt. Eine erste Kirche wurde 1375 mit Feldsteinen errichtet. Aus dieser Zeit stammt auch die erste Erwähnung Ahrensfeldes im Landbuch Karl IV., im dem der Ort als Arnsfelt festgehalten ist. 

Hinter Ahrensfelde

Wieder einer der Kopfsteinpflaster-Wege

Hinter Ahrensfelde verschwenkt die Grenz nach Westen, um dann nach Norden weiterzuführen.  

 
Sandiger Feldweg am Rande von Karow

Auf Ostberliner Gebiet liegen die Ortschaften Karow und Buch im Bezirk Pankow. Zwischen Karow und Buch verläuft die BAB A 10.  In Brandenburg befindet sich die Gemeinde Panketal, die aus den Gemarkungen Schwanebeck und Zerpenick (mit dem Ortsteil Hobrechtsfelde) gebildet wurde. 


Hobrecht und die Berliner Rieselfelder 

Hobrechtsfelde geht auf ein Berliner Stadtgut zur Bewirtschaftung der Rieselfelder zurück. Das Stadtgut wurde nach James Hobrecht benannt.

James Hobrecht (1825 – 1902) – sein Bruder wurde 1872 Berliner Oberbürgermeister – entwickelte als preußischer Stadtplaner den 1862 in Kraft getretenen Bebauungsplan der Umgebung Berlins (Hobrechtplan). Außerdem schuf er die Berliner Stadtentwässerung. 

Der Berliner Arzt Rudolf Virchow hat 1868 auf die dringende Notwendigkeit einer Kanalisation zur Eindämmung von Typhus und Cholera hingewiesen. 1874 erfolgte die Anweisung der Stadtverwaltung, dass alle Haushalte an eine Kanalisation anzuschließen seien. Zunächst war die Einleitung der Abwässer in die Spree vorgesehen. 

Dem trat James Hobrecht entgegen, der die Entsorgung auf Rieselfeldern vorsah. Er teilte die Stadt für den Bau der Kanalisation in zwölf Gebiete ein, deren Abwässer jeweils am tiefsten Punkt zusammenliefen und von dort aus mittels eines Pumpwerkes zu Rieselfeldern im Umland gepumpt wurden (das Berliner Radialsystem). Dadurch konnte die ungeklärte Einleitung in die Spree verhindert werden. Das erste Abwasserpumpwerk wurde 1878 am Halleschen Ufer für das Radialsystem III in Betrieb genommen. Der größte Rieselfeldkomplex entstand in Buch und in Hobrechtsfelde.  Das damals noch selbständige Charlottenburg erwarb Flächen im Gebiet von Gatow, Spandau und Groß Glienicke. Das Abwassersystem bildet bis heute den Kern der Berliner Mischwasserkanalisation. 

In der Umgebung Berlins entstanden zwischen 1875 und 1892 20 Rieselfeldgebiete, hauptsächlich im Nordosten und im Süden der Stadt, wie die nachstehende Karte zeigt. Die Abwässer wurden zunächst in Sammelbecken vorgeklärt und dann auf die Wiesen und Acker geleitet. Die Berieselung erfolgte angepasst an die Kulturen.  Felder für Grünland wurden 4- bis 8-mal jährlich mit Abwässern überflutet, während Ackerfelder für Wintergetreide einmal pro Jahr mit Abwässern beschickt wurden. Parallel zu den Rieselfeldern wurden stadteigene Güter geschaffen, die die Rieselflächen bewirtschafteten und die Bevölkerung mit Lebensmitteln versorgten. 

1906 entstand das Gut Hobrechtsfelde, welches wie der Großteil der überwiegend zur Abwasserverrieselung genutzten Güter von der Stadt betrieben wurde. Neben der Abwasseraufnahme bestand die Aufgabe des Gutes in erster Linie in der Milch- und Fleischversorgung des Bucher Krankenhauskomplexes. Hobrechtsfelde war mit Molkerei, Schlachthof und einem großen Getreidespeicher das Zentralgut im Nordosten Berlins. 

1963 wurde ein erstes Abwasserklärwerk in Berlin-Ruhleben in Betrieb genommen. Nachdem ausreichend Klärwerke gebaut waren, wurden bis 1998 alle Rieselfelder stillgelegt. 

Karte der ehemaligen Berliner Riesefelder
(aus Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Zwischen Karow und Buch quere ich die BAB 10 und fahre nach Buch hinein. Die Berliner Grenze verläuft um Buch herum. Bei Hobrechtsfelde nördlich von Buch erreicht die Grenze Berlins zu Brandenburg den nördlichsten Punkt. Durch Buch fließt die Panke. 

Buch

Die Panke ist nach Spree und Havel der drittlängste Berliner Fluss. Sie entspringt nördlich von Bernau und fließt durch eine eiszeitliche Rinne an Buch, Karow, Niederschönhausen, Pankow, Gesundbrunnen und Wedding vorbei in die Spree. 

Westlich von Buch fahre ich an zwei DDR-Ruinenkomplexen vorbei. Weitab von Berlin hatte die DDR-Führung von der Öffentlichkeit abgeschirmt 1980 eigens für die Angehörigen des Staatssicherheitsdienstes eine Stasi-Klinik errichtet. Daneben befand sich das 1976 eröffnete Regierungskrankenhaus der DDR. Beide Kliniken waren für die „normale“ Bevölkerung nicht zugänglich. Das Regierungskrankenhaus behandelte nur Mitglieder der Regierung, des SED-Zentralkomitees und hohe SED-Funktionäre sowie deren Angehörige. Zugang zum Stasi-Krankenhaus hatten nur Mitarbeiter der Staatssicherheit und deren Angehörige. 

Das alte Tor am Regierungskrankenhaus ist noch erhalten,
aber verschlossen, wie das Tor zur Stasi-Klinik.
Die Gebäude dahinter sind weitgehend verfallen.

Nach der Wende wurden beide Krankenhäuser dem Klinikum Buch angeschlossen und später an die Helios Klinik verkauft. Die Klinik Buch wurde 2007 durch einen modernen Neubau ersetzt. Jetzt gibt es Planungen, die Gebäude der alten Krankenhäuser für den Bau von Wohnungen abzureißen. 

Hinter Buch fahre ich ein Stück nördlich der BAB 10 Richtung Autobahndreieck Pankow. Hinter dem Autobahndreieck Pankow umgeht die Grenze (Bezirk Pankow und Land Brandenburg) die Arkenberge und stößt auf das Tegeler Fließ, dem die Grenze nach Südwesten folgt. 

Überraschung hinter Buch.
Zunächst bin ich hier auf einen anderen Weg abgebogen.
Dann merkte ich, dass das falsch war und musste doch
mit dem Fahrrad durch den Bach fahren. 
Hier war ich froh, dass die Furt mit Kopfsteinen gepflastert war.

Die Arkenberge sind ein natürlicher Höhenzug, der nach 1984 durch Bauschuttaufschüttungen die höchste Erhebung des Landes Berlin wurde, höher als der Teufelsberg. 

Die Arkenberge

Nördlich der Arkenberge befindet sich das ehemalige Berliner Stadtgut Schönerlinde (im brandenburgischer Landkreis Barnim). Auf den 1907 angekauften Ländereien entstanden Rieselfelder und 1908 wurden Teichanlagen als Nachklärbecken angelegt. Die Teiche dienten später dem VEG (Volkseigenes Gut) zur Fischzucht, es wurde einer der größten Fischzuchtbetriebe der DDR. Jetzt sind die Teiche ein Naturschutzgebiet. 

Neben den Schönerlinder Teichen, auf der westlichen Seite der S-Bahn-Trasse, befindet sich in Mönchsmühle, am Tegeler Fließ gelegen, eine der ältesten Wassermühlen Brandenburgs. 

Die Wassermühle Mönchsmühle wurde 1230 von den Zisterziensermönche des Klosters Lehnin errichtet. Das Kloster hatte in der Gegend umfangreichen landwirtschaftlichen Besitz. Für den Betrieb der Mühle mussten sie zuvor das Wasser mit einem Damm aufstauen, um eine Fallhöhe von vier Metern für das Mühlrad zu erreichen.  Die Mühle war bis 1973 in Betrieb, durch die Mönche des Klosters Lehnin allerdings nur bis zur Reformation. Jetzt unterhält ein Förderverein die Mühle und erzeugt mit ihr Strom. 

Nur das Mühlenrad konnte ich fotografieren.
Das Mühlengebäude war geschlossen.
Vielleicht kann ich es bei der nächsten Etappe besichtigen.

Das Tegeler-Fließ ist ein kleiner Bach, der in dem Gebiet des Mühlenbecker Sees östlich von Birkenwerder in Brandenburg entsteht. Seine Fließrichtung ist nach Südwesten mit der Mündung in den Tegeler-See. Das Bachtal ist durch eine eiszeitliche Rinne entstanden. Verbunden mit dem Mühlenbetrieb der Zisterziensermönche erfolgte eine Wasserregulierung, wodurch ein höherer Wasserstand erreicht wurde und Vermoorungen entstanden. In Teilen erfolgte Torfabbau. Der Klöppchensee bei Alt-Lübars ist dadurch entstanden. In der Nachbarschaft bestehen noch zahlreiche Niedermoorwiesen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden Rieselfelder angelegt, die über den Tegeler Fließ entwässert wurden. Nach Beendigung der Verrieselungen wurde die Fließ-Niederung deutlich trockener.

Das Tegeler-Fließ bildet mit seinen vielen Windungen die Brandenburger Grenze zum Ostberliner Bezirk Pankow und danach zum Westberliner Bezirk Reinickendorf. 

Ich fahre von der Mönchsmühle aus zum S-Bahnhof Mühlenbeck-Mönchsmühle  und beende diesen Abschnitt der Berlin-Umrundung. Die Fortsetzung der Tour wird dann hier beginnen, zunächst dem Tegeler-Fließ folgen und hinter Schildow am Köppchensee auf den Berliner Mauerweg stoßen.


🔄Link zum 1. Abschnitt: Lichterfelde-Süd bis Erkner 

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 Wanderung Drakestraße und Teltowkanal

17. Juli 2026

Wanderung 6 Kilometer

Die Drakestraße in Lichterfelde-West, an der wir wohnen, ist mit der Erschließung der Villenkolonie Lichterfelde durch Anton von Carstenn (1822 – 1896) angelegt worden. Er hatte um 1865 die Güter Giesendorf und Lichterfelde gekauft und für die Ansiedlung gut situierter Berliner parzelliert. Die meisten Villen entstanden um 1900.

Die ab 1865 angelegte Drakestraße wird im Süden nach der Querung des Teltowkanals die Königsberger Straße und führt zum S-Bahnhof Lichterfelde-Ost, der wie der S-Bahnhof Lichterfelde-West (in der Nähe der Dakestraße im Norden) von Carstenn gebaut wurde. Der Straßenzug ist die Hauptverkehrsachse der Villenkolonie Lichterfelde. Sie ist nach dem Bildhauer Johann Friedrich Drake (1805 – 1882) benannt. Er schuf die „Goldelse“ (die „Viktoria“, Siegesgöttin und Schutzgöttin des römischen Kaisers) auf der Siegessäule im Großen Tiergarten in Berlin.

Der Teltowkanal wurde von 1900 bis 1906 als Schifffahrtsweg zur Verbindung der Dahme (Spree-Oder-Wasserstraße) mit der Havel (Havel-Wasserstraße) und als Regenwasserabfluss für den nördlichen Teil des Landkreises Teltow gebaut. Dabei wurde größtenteils das Flussbett des Bäkefließes (früherer Name: Telte) und der Lanke genutzt. Da der Schiffsverkehr stärker als erwartet wurde, mussten die Lastkähne zur Schonung der Ufer von elektrischen Treidel-Lokomotiven statt von Schleppschiffen durch den Kanal gezogen werden. Das war bis 1945 so. Danach ruhte wegen der innerberliner Grenze der Schiffsverkehr. Nach dem Transitabkommen 1981 wurde der Kanal für den Schiffsverkehr wieder geöffnet (ohne Treidel), wofür der Kanal entsprechend ausgebaut wurde.

Entlang des Teltowkanals ist östlich der Straßenbrücke eine kleine Parkanlage in dem ehemaligen Bäke-Tal entstanden. Der Promenadenweg parallel zum Kanal ist nach Eduard Spranger (1882 – 1963, ein in Groß-Lichterfelde geborener Pädagoge und Professor für Philosophie) benannt.

Unser Weg ist die Drakestraße hinunter. Vorbei an den Villen und großen Bürgerhäusern.

Das Steglitz-Museum
in einem Gründerzeithaus von 1902/1903

Villa Kuthe,
1903/1904 von Arnald Kuthe errichtet.
1896 hatte Arnold Kuthe ein Bauunternehmen und Architekturbüro eröffnet.

Im unteren Teil der Drakestraße wurde 1909 bis 1912, teilweise auf Gartenflächen der Villa Kuthe, ein Realgymnasium errichtet. Nach dem 2. Weltkrieg zog das „Lyzeum und Oberlyzeum der Gemeinde Berlin-Lichterfelde“ aus dem kriegsbeschädigten Gebäude an der Berliner Straße (heute Ostpreußendamm) in das Gebäude des Realgymnasiums an der Drakestraße um (das aufgelöst wurde), das 1951 in „Goethe-Schule“ umbenannt wurde und jetzt das „Goethe-Gymnasium Lichterfelde“ ist. Der Ursprung des Lyzeums Lichterfelde war eine 1872 gegründete Mädchenschule (Krahmersche höhere Mädchenschule).

Goethe-Gymnasium

Wadzek-Stiftung

Eine andere interessante Institution ist in einem Gebäude in der Nähe des Gymnasiums, die Wadzeck-Stiftung. Franz Daniel Friedrich Wadzeck (1762 – 1823) studierte Theologie und war Professor am königlichen Kadettenkorps in Lichterfelde (heute ist dort das Bundesarchiv untergebracht). Selbst in einem Waisenhaus aufgewachsen, eröffnete er 1819 das erste evangelische Waisenhaus Berlins in Berlin-Mitte für 50 Jungen und 25 Mädchen. Er finanzierte das schnell wachsende Waisenhaus mit seiner Pension und mit Spenden. Als er 1823 starb, übernahm ein „Verein zur Verwaltung der Wadzeck-Anstalt“ die Arbeit. 1931 zog die Anstalt von Mitte in die Limonenstraße in Lichterfelde. Im 2. Weltkrieg wurde das Haus zerbombt und nach mehreren Zwischenstationen erhielt die Stiftung 1948 die Villa an der Drakestraße, wo sich heute der Stiftungs-Sitz befindet. Die Stiftung betreut aktuell 120 Jugendliche (und deren Familien) durch heilpädagogische Beratung und Unterbringung der Jugendlichen an mehreren Standorten in Berlin und Brandenburg.

Das Postamt Lichterfelde wurde 1925 bis 1929
an der Straßenkreuzung an der Brücke über Teltowkanal gebaut.
Nach Aufgage des Postamtes wurde das Gebäude in Eigentumswohnungen umgebaut.

Der Teltowkanal in Richtung Bäkebrücke

Heizkraftwerk Lichterfelde, von der Kanalbrücke aus.
Errichtet wurde das Kraftwerk 1972 mit drei mit Schweröl betriebenen Heizblöcken. Die alten Anlagen wurden durch ein neues Gas- und Dampfturbinen Heizkraftwerk ersetzt. 
Eine Gasturbine erzeugt Strom. Die Abwärme der Gasturbine wird zur Erzeugung von Wasserdampf genutzt, mit dem ebenfalls Strom erzeugt wird, wodurch ein höherer Nutzungsgrad erreicht wird.

Hinter der Brücke über den Teltowkanal beginnt ein kleiner Park im ursprünglichen Bachbett der Bäke. Am Parkeingang erklärt eine Tafel den „1. Lichterfelder Discgolfplatz“. Angelegt wurde ervom Turn- und Sportverein Lichterfelde (gegründet 1887, mit fast 3.000  Mitgliedern der größte Sportverein im Bezirk Steglietz-Zehlendorf), dessen Sportanlagen an den Park anschließen.

Ein Discogolf-Korb im Park

Discgolf ist ein Frisbeesport-Spiel, bei dem von einem festgelegten Abwurfpunkt (Tee) mit möglichst wenigen Versuchen Frisbees in Körbe geworfen werden. Friesbees sind scheibenförmige Flugscheiben. Entstanden ist die Sportart in den USA. Ursprung soll eine runde Kuchenform der 1871 in Connecticut gegründeten Bäckerei „Frisbie Pie Company“ sein. Kinder begannen 1940, mit den weggeworfenen Formen zu spielen. Der Amerikaner Fred Morrison erfand daraus in Kalifornien seine „Flyin Cake Pan“-Flugscheibe aus Kunststoff. Amerikanische Studenten entwickelten das Ultimate-Friesbee. Zwei Mannschaften spielen darum, die Scheibe hinter dem Feld der gegnerischen Mannschaft zu fangen. Die andere Spielform ist Discogolf-Friesbee, bei der die Scheibe über eine Distanz mit möglichst wenigen Würfen in einen Korb geworfen wird (ähnlich wie beim Golfspiel).

Wir nehmen diesmal nicht den parallel zum Kanal angelegten Weg, die Spranger-Promenade, sondern den unmittelbar neben dem Kanal verlaufenden Pfad. Es dürfte die Trasse der ursprünglichen Treidel-Bahn sein. Am Eingang des Parks sind eine der bis 1945 eingesetzten Treidel-Locks und ein Teil eines Lastkahns ausgestellt.

Teile eines Treidel-Lastkahns an der Brücke über den Teltowkanal

Der Treidel-Pfad

Die ersten Brombeeren zum Naschen

Die Bäke-Brücke von unten

Das kann eine Indische Kermesbeere sein.
Sie stammt aus Südostasien, ist in Europa als Zierpflanze bekannt und wächst, von Vögeln verbreitet, auch wild.
In China wurde die Pflanze schon 1000 bis 500 v.Chr. als Arzneipflanze genutzt.

In der Mitte des Parks wird an Otto Lilienthal (1848 – 1896) erinnert. Er gründete eine Dampfkessel- und Maschinenfabrik, in der er auch seinen „Normalsegelapparat“ baute, ein Gleitflugzeug, dass durch Gewichtsverlagerung gesteuert wurde. Es war das erste in Serie gefertigte Flugzeug. Sein Bruder Georg Lichtenthal war Architekt, der mehrere Ritterburgen ähnliche Villen in Lichterfelde baute. 1912 veranlasste der „Verein deutscher Flugtechniker“ die Errichtung eines Denkmals für Otto Lilienthal. Die von dem Bildhauer Peter Breuer geschaffene Skulptur zeigt die griechische Figur des Ikarus (der mit seinen Flügeln der Sonne zu nah kam).

Lilienthal-Denkmal

Nahe dem Lilienthal-Denkmal befindet sich in einer ehemaligen Villa das Restaurant Tomasa mit einer großen Terrasse zum Park hin.  Ein guter Pausenort vor dem Rückweg.

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 Wanderungen durch eiszeitliche Rinnen

Thielpark und Schwarzer Grund
8. Juli 2026 
Um den Schlachtensee
11. Juli 2026 

Die Berliner Stadtlandschaft ist geprägt von zahlreichen Seenketten und Flusstälern, die als eiszeitliche Rinnen in der Weichsel-Kaltzeit vor gut 20.000 Jahren entstanden sind. In dieser Zeit wurde auch das Berliner Urstromtal mit der Spree und der Havel als Teil des Warschau-Berliner Urstromtals gebildet, das auf das Elbe Urstromtal stößt. Eiszeitliche Rinnen, auch als glaziale Schmelzwasserrinnen bezeichnet, sind die Grunewald-Seenkette, das Wuhletal im Osten Berlins, der Tegeler Fließ und auch das Bett des Teltowkanals. Die im Untergrund angesammelten Sande des Urstromtals sind ein wichtiger Grundwasserspeicher für die Versorgung Berlins.

 

Kleine Wanderung zum und durch den Thielpark 

Wanderung Thielpark ab Drakestraße
6 Kilometer

Ganz in unserer Nähe ist eine eiszeitliche Rinne zu einer Parklandschaft gestaltet worden. Das geschah im Zuge der Erschließung der Ackerflächen der Domäne Dahlem Anfang des 2o. Jahrhunderts. Eine Aufteilungskommission unter Leitung von Hugo Thiel, Ministerialdirektor im preußischen Landwirtschaftsministerium, parzellierte die Ackerflächen in 500 Grundstücke für eine villenartige Bebauung. Das Villenviertel Dahlem entstand ab 1901 mit der Beendigung der landwitschaftlichen Nutzung (siehe ausführlicher: Stadtwanderung Thielpark und mehr - Link zum Bericht). Zum Domänenland gehörte auch eine eiszeitliche Senke, deren Flächen sich nur schwer vermarkten ließen, so dass die Talfläche als Park ausgewiesen wurde. Die Teiche und Bachläufe wurden künstlich angelegt. Benannt wurde der Park nach dem Vorsitzenden der Aufteilungskommission Hugo Thiel. 

Hugo Thiel (1839 – 1918) war Professor für Agrarwissenschaften, bevor er Geheimer Regierungsrat und später Ministerialdirektor im Preußischen Landwirtschaftsministerium wurde. Er war Mitglied des Reichstags (1874 – 1877) und Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses (1873 – 1878). Ab 1901 war er Vorsitzender der Aufteilungskommission für die Domäne Dahlem.

Der Landschaftspark beginnt an der Habelschwerdter Allee. 

Die Habelschwerdter Allee ist die Verlängerung der Drakestraße. Der erste Name war „Werderstraße“, 1937 wurde sie nach der Stadt Habelschwerdt in der früheren Provinz Niederschlesien (heute Woiwodschaft Dolnoslaskie in Polen) benannt. 

Eine kleine Fläche mit einem Teich zwischen der Habelschwerdter Allee und der Thielallee und wurde nach der italienischen Stadt Triest benannt. 

Die Stadt Triest liegt an der Adria nördlich von Istrien und der Grenze zu Slowenien. Welche Verbindung zu Berlin besteht, konnte ich nicht herausfinden. Eine Städtepartnerschaft gibt es offensichtlich nicht. 

Hinter der Thielallee beginnt der eigentliche Thielpark. Bis zur Trogstrecke der U-Bahn (1913 wurde die Strecke eröffnet) wird die Parkanlage auch als Zehner Park und danach als Pompinius Park ausgewiesen (die Namensherkunft beider Parks konnte ich nirgends finden). Der im Pompinius Park angelegte Studententeich kann auf die Freizeitnutzung durch die Studenten der nahegelegenen FU Freie Universität hinweisen. 

Skulptur "Sonne" von Herbert Baumann im Pompinius-Park.
Baumann war Bildhauer und Professor für Bildhauerei
an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.

Die U-Bahnstation Thiel Platz /Freie Universität ist der Übergang zum Hauptteil des Parks mit dem Thielparkteich und dem Schilfteich. Der Park endet an der Clayallee. Gegenüber befindet sich das Alliierten Museum. 

Thiel-Stein am Rand des Parks nach der U-Bahn-Station
Der Thiel-Stein ist ein 50 Tonnen schwerer Findling aus der Eiszeit, der beim Aushub der U-Bahn-Trasse beiseite geräumt werden musste. Es soll der größte Stein sein, der in Berlin gefunden wurde. 

Gedenkstein für den "märkischen Wandersmann" Emil Albrecht.
Eigentlich wollten seine Freunde den großen Findling am U-Bahnhof (s.o.) für eine Gedenktafel erwerben. Daraus wurde nichts. Sie konnten nur eine kleinere Gedenktafel an anderer Stelle im Thiel-Park errichten.
Angeregt durch Fontanes Erzählungen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" (mehrere Bände ab 1882) entstanden in Berlin mehrere Wander- und Touristenklubs (der Begriff "Touristen" wurde von "Touren machen" abgeleitet). Emil Albrecht beschrieb seine Wanderungen und veröffentlichte sie 1892 im Stil der Baedeker-Reiseführer.

Der Thielparkteich

Die Clayallee ist seit dem 1. Juni 1949 nach dem Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland, General Lucius . Clay, benannt. Er war der „Vater“ der Berliner Luftbrücke, die 1948 und 1949 Berlin nach der Sperrung der Verbindungswege durch die Sowjetarmee versorgte.

Das Alliierten Museum wurde auf ehemaligem US-Militärgelände in der Nachbarschaft des damaligen US-Hauptquartiers aufgebaut. Das Museum erinnert an die Luftbrücke und das Engagement der westlichen Alliierten während des Kalten Krieges.

Alliierten-Museum
 

Kleine Wanderung um den Schlachtensee

Wanderung Schlachtensee ab Fischerhütte
6 Kilometer

Der langgezogene Schlachtensee ist Teil der Grunewald-Seenkette, die sich am Rand des Grunewalds bis Halensee entlangzieht. Die Hauptkette verläuft von Südwesten (von der Havel südlich des Strandbades Wannsee) nach Nordost (Richtung Spree) mit den Seen und Niederungen Nikolassee, Rehwiese, Schlachtensee, Krumme Lanke, Riemeisterfenn, Langes Luch, Grunewaldsee, Hundekehlefenn, Hundekehlesee, Dianasee, Königsee, Halensee, Lietzensee (siehe ausführlicher: Kleine und große Wanderung im Grunewald – Link zum Bericht). 

Der Schlachtensee ist für uns, wie der Thielpark, ein beliebtes Ziel für Kurzwanderungen (siehe dazu den Bericht: Um den Schlachtensee Link zum Bericht). Nicht nur für uns, durch die nahe S-Bahnstation ist der See und seine Ufer gut zu erreichen. Auf der Seite der Fischerhütte sind an der Fischerhüttenstraße im Waldbereich größere Parkplatzbuchten angelegt worden. Entsprechend viele Berliner sind an Sommertagen am und im Wasser.

See-Ansicht

Ufer-Ansicht
Die Blüten des Springkrautes sehen aus wie Löwenmäulchen.
Es gibt etwa eintausend Arten.
Am Ufer des Schlachtensees blühen sie weiß und gelb.

Wirtshaus-Ansicht am Südufer
Etwas bayrisch/österreichisch angehaucht.
Augustiner gibt es auch in der Fischerhütte. 
Kein Wunder, der Auschank am Bootsverleih gehört wie die Fischerhütte zur Josef Laggner-Gastronomiegruppe
 (wie auch Luther & Wegener am Gendarmenmarkt).
Almdudler, eine Limonade mit Kräuterextrakten, wurde von dem österreichischen Gastronomen Erwin Klein erfunden.