Fahrradtour Umrundung  Berlin

2. Teil: Erkner bis Mühlenbeck 

18. Juli2026

Der Berliner Mauerweg umrundet Westberlin auf dem ehemaligen Mauerstreifen der 1961 errichteten Sperrmauer zwischen Westberlin und der DDR sowie Ostberlins. Er umrundet den Westteil Berlins, die ehemaligen West-Sektoren der damals geteilten Stadt. Ich wollte die gesamte Stadt umfahren, auch den Ostteil Berlins. Im letzten Jahr bin ich eine erste Teilstrecke von Lichterfelde-Süd bis nach Erkner gefahren. Jetzt starte ich in Erkner die zweite Teilstrecke, von Erkner im Südosten bis nach Mühlenbeck im Norden Berlins.

Link zum 1. Abschnitt: Lichterfelde-Süd bis Erkner 

Ich starte den zweiten Abschnitt dort, wo ich den ersten Streckenabschnitt beendet habe, am S-Bahnhof Erkner. 

Radtour um Berlin, 2. Teil,
62 Kilometer, insgesamt 350 Höhenmeter

Erkner war einmal ein Luftkurort. Gerhart Hauptmann, Dramatiker, Schriftsteller und Nobelpreisträger für Literatur, hat dort einige Jahre gewohnt. Sein Haus in Erkner, heute ein Museum, habe ich vor einigen Jahren besichtigt. Auch sein Haus in Agnetendorf in Schlesien habe ich besucht.

Siehe den Beitrag: „Zu Gerhart Hauptmann und den Schlössern im Hirschberger Tal“ - Link zum Bericht 

Erkner war aber auch ein Industriestandort. Hier wurde eine erste Teerdestillation für die Imprägnierung von Bahnschwellen errichtet. Hier wurde auch das erste Bakelite-Werk gegründet. Im ersten Abschnitt der Umrundung habe ich das beschrieben. 

Von Erkner aus führte die Grenze zwischen Ostberlin und der DDR, heute die Stadtgrenze Berlins zu Brandenburg, in nordwestliche Richtung. Sie passiert zunächst den nördlichen Rand des Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzugs. Die jetzt bewaldeten Dünen sind am Ende der letzten Eiszeit durch Windverwehungen entstanden. Südlich des Waldgebietes liegt in der Niederung Rahnsdorf mit den Siedlungen Wilhelmshagen und Neu Venedig am Müggelsee.

Siehe dazu: „Stadtwanderung um den Müggelsee“ 

Anders als die Grenze West-Berlins war die Grenze zwischen Ost-Berlin und Brandenburg nicht gesichert und auch nicht besonders markiert. Ost-Berlin und Brandenburg waren zwar rechtlich getrennt, für Ost-Berlin galt der nach Ende des 2. Weltkriegs vereinbarte Vier-Mächte-Status für ganz Berlin, faktisch war es aber ein gemeinsames Gebiet zunächst der sowjetischen Verwaltung und dann der DDR. Für meine Tour um Ost-Berlin habe ich Straßen, Wege und Pfade möglichst nah dem Grenzverlauf gewählt. 

Ich umfahre die nördlich des Bahnhofs Erkner gelegene Bahnhofsiedlung. Sie wurde als Gartenstadt ab 1919 von einer Siedlungsgenossenschaft gebaut. Die typischen Tonnen- und Mansardendächer sind teilweise noch erhalten. Die meisten Gebäude wurden aber inzwischen modernisiert. Das in der Siedlung noch erhaltene Kopfsteinpflaster brauche ich nicht befahren, ich fahre auf einem angenehmeren Waldweg um die Siedlung herum. Die Pflaster-Strecken kommen erst noch. Die erste gleich in Schöneiche. Das oft von Baum-Alleen begleitete Kopfsteinpflaster ist schön anzusehen, aber holprig zu befahren und die Fahrgeschwindigkeit wir arg gebremst. 

Schöner Waldweg hinter der Bahnhofsiedlung

Kopfsteinpflaster in Schöneiche,
schöner anzusehen als zu fahren.

Westlich der Bahnhofsiedlung ist der Flakensee. Er ist Teil des Rüdersdorfer Gewässers, heute eine Bundeswasserstraße, über die der Rüdersdorfer Kalkstein transportier wurde. 

Nördlich des Waldgebietes und meines Radwegs befinden sich die Brandenburger Orte Woltersdorf und Schöneiche. 

Das Dorf und Gut Woltersdorf hatte die Stadt Berlin Ende des 15. Jahrhunderts in der Erwartung gekauft, dass der Rüdersdorfer Kalkstein auch in Woltersdorf gefunden würde, was aber nicht so war. Mitte des 19. Jahrhundert verkauft Berlin das Rittergut Woltersdorf wieder.
Nach wechselnden Besitzern, die den Wald vollständig abholzten, kaufte der preußische Staat ein größeres Areal und ließ es wieder aufforsten. 1915 kauft der Zweckverband Groß-Berlin, aus dem das heutige Berlin hervorging, vom preußischen Staat diese und andere große Waldflächen (innerhalb und außerhalb der Stadtgrenze: Grunewald, Tegel, Köpenick, Potsdam) zu einem günstigen Preis, aber mit der Verpflichtung zum dauerhaften Erhalt des Waldes.
Der Vertrag, als Dauerwaldkaufvertrag bezeichnet, gilt als Berliner Landesgesetz noch heute. Der Waldbestand sollte und soll wegen der Bedeutung für die Umwelt und zur Erholung der Bevölkerung erhalten bleiben (Landeswaldgesetz von 1979/1990). 

In Rüdersdorf, nördlich von Woltersdorf gelegen, wurde jahrhundertelang der Kalkstein für die Bauten Berlins gebrochen. Das Brandenburger Tor und das Olympiastadion bestehen aus Rüdersdorfer Kalkstein. Begonnen hatten die Mönche des Zisterzienserklosters Zina bei Jüterbog bereits um 1235 mit dem Abbau der Kalksteine. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde eine Schleuse (Schleuse Woltersdorf) am südlichen Ende des Kalksees gebaut, um den Transport des Kalksteins nach Berlin zu erleichtern. 

Schöneiche ist ein Beispiel für die Besiedlung des Gebietes um Berlin: 
Siedlungsfunde aus der Jungsteinzeit 4500 bis 2000 v.Chr., Urnenfeld von 800 v.Chr., Funde aus römischer Zeit (27 v.Chr. bis 284 n. Chr.), slawische Siedlung aus dem 5. Jahrhundert, 1250 Bewirtschaftung durch Zisterziensermönche (Errichtung einer Wassermühle), 1375 im Landbuch der Mark Brandenburg verzeichnet mit 1 Rittersitz und 12 Bauerngüter. 1762 kaufte der Hofbankier Friedrichs II. des Großen, Friedrich Wilhelm Schütze, einer der reichsten Berliner, das Dorf Schöneiche. Die Stadt Berlin kaufte das Rittergut Schöneich 1929 zur Erweiterung der Rieselfelder (mehr zu den Rieselfeldern weiter unten). 

Friedrich Wilhelm Schütze gehörte 1760 zu den Unterzeichnern einer Schuldverschreibung für die Zahlung von einer Million Silbermünzen (andere Quelle: 500.000 Taler) als Kontribution an die gegen Preußen verbündeten russischen, österreichischen und sächsischen Truppen.
Friedrich II. der Große, hatte 1740/42 das österreichische Schlesien überfall und erobert. Es folgte ein zweiter Schlesischer Krieg und 1756 bis 1763 der dritte Schlesische Krieg, auch als Siebenjähriger Krieg bezeichnet. In dem Krieg kämpfte ein Österreichisch-Französisches Bündnis gegen ein Preußisch-Britisches Bündnis um die Macht in Europa und um Kolonien in Nordamerika, Indien und Afrika. 
Während des Krieges besetzten gegnerischen Truppen Berlin. Plünderungen und Zerstörung öffentlicher Bauten folgten. Der Stadt wurde eine Kontributionszahlung auferlegt. Die Besetzung dauerte nicht lange, Truppen Friedrichs II. zwangen die Besatzungstruppen zum Rückzug.   

Hinter Schöneiche fahre ich an einem weiteren ehemaligen Rieselfeld Berlins auf Brandenburger Gebiet vorbei. Heute ist hier ein Naturschutzgebiet. Anstelle des Rieselfeldewurde 1976 das Klärwerk Münchehofe in Betrieb genommen, das heute noch Berlin gehört und Berliner Abwasser reinigt. 

Ehemaliges Rieselfeld bei Münchehofe

Die Grenze stößt auf das in der letzten Eiszeit (Weichsel-Kaltzeit, die vor etwa 115.000 Jahren begann und 100.000 Jahre dauerte) entstandene Erpetal und verläuft auf der westlichen Seite nach Norden. Im Mittelalter wurde die Erpe für den Antrieb von Wassermühlen genutzt, das Neuenhagener Mühlenfließ entstand. 

Neuenhagener Mühlenfließ

In der abgeschiedenen Lage des Erpe-Tals, in der Nähe der Ravensteinmühle, betrieb die DDR von 1964 bis zum Ende der DDR 1990 eine Journalisten-Schule für Journalisten aus Asien und Afrika. Hier wurden Journalisten aus Entwicklungsländern ideologisch geschult, um eine pro-sozialistische Medienelite aufzubauen.
 

Das Erpetal gehört zur Gemeinde Dahlwitz-Hoppegarten (die bekannte Reitanlage Hoppegarten liegt weiter östlich) auf der Brandenburger Seite. Auf der Berliner Seite befindet sich der Bezirk Marzahn-Hellersdorf, einer der durch die Platten-Hochhaus-siedlungen der 1970er und 1980er charakteristischen Ostberliner Bezirke.                 
An der Köpenicker Allee Richtung Hoppegarten

Hoppegarten ist durch seine Pferderennbahn bekannt. 1866 wurde von Mitgliedern aus ganz Deutschland der Union-Club für die Organisation von Pferderennen gegründet. Eine Galopprennbahn wurde auf dem von Heinrich von Treskow gepachteten Vorwerk des Gutes Hoppegarten angelegt. Nach Enteignung in der DDR-Zeit kam die Galoppbahn nach 1990 wieder in den Besitz des Union-Club. Nach Insolvenz des Clubs übernahm 2008 der Fondsmanager Gerhard Schöningh die Galopprennbahn. 

Zwischen Hoppegarten und Hellersdorf

Weiter im Norden stößt die Grenze bei Hönow auf die Hönower Weiherkette, die in der Weichseleiszeit entstanden ist (wie das Erpetal und viele andere Täler, Flussläufe und Seen-Ketten in und um Berlin). Sie verläuft in Ost-West-Richtung, im Gegensatz zu den meisten anderen in Nord-Süd-Richtung verlaufenden glazialen Rinnen (so die auch die bei Hönow beginnende Südostniederbarnimer Weiherkette). Die nach Berlin hineinführende Landsberger Allee wurde entlang der Hönower Weiherkette angelegt. Mein Weg folgt der Landsberger Allee, bis diese auf das Wuhletal stößt. Das Wuhletal ist durch eine (von Norden nach Süden verlaufende) eiszeitliche Schmelzrinne entstanden. Die Wuhle entspringt weiter nördlich bei Ahrensfelde und mündet in der Nähe des Fußballstadions des 1. FC Union Berlin „An der Alten Försterei“ in die Spree. 

Landsberger Allee am Wuhletal

Im südlichen Teil des Wuhletals liegen die „Gärten der Welt“ (mein Weg durch das Wuhletal beginnt weiter nördlich). Der Ursprung ist ein 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins eröffnete Gartenschau. Nach der Wiedervereinigung wurden mehrere internationale Gartenlandschaften als Gärtender Welt hinzugefügt (Chinesischer Garten, Japanischer Garten etc.) und 2017 wurde die IGA Internationale Gartenausstellung veranstaltet.
Siehe: „In den Gärten der Welt“  - Link zum Beitrag

Mein Weg folgt dem Wuhletal Richtung Norden bis Ahrensfelde. 

Wuhletal-Weg

Teile des Wuhletals werden von Schottischen Hochlandrindern gepflegt.
Gesehen habe ich keine, nur die Informationstafel.

Der "Wuhletalwächter",
Kletterturm am Wuhletal-Weg.
Er wurde nach der Wende 
aus 550 maroden Plattenbau-Balkonteilen 
und Spritzbeton aufgebaut.

Ahrensfelde  liegt am Niederbarnim, eine eiszeitliche Hochfläche im Norden des Berliner Urstromtals. Das Gegenstück ist im Süden die Teltow-Hochfläche. Vom 15. Jahrhundert bis 1872 war Ahrensfelde ein kurfürstliches bzw. königliches Dorf, das die Aufgabe hatte, den kurfürstlichen bzw. königlichen Hof in Potsdam mit Lebensmitteln zu versorgen. 

Dorfkirche Ahrensfelde
Die Dorfkirche stammt von 1768, der Kirchturm wurde 1876 hinzugefügt. Eine erste Kirche wurde 1375 mit Feldsteinen errichtet. Aus dieser Zeit stammt auch die erste Erwähnung Ahrensfeldes im Landbuch Karl IV., im dem der Ort als Arnsfelt festgehalten ist. 

Hinter Ahrensfelde

Wieder einer der Kopfsteinpflaster-Wege

Hinter Ahrensfelde verschwenkt die Grenz nach Westen, um dann nach Norden weiterzuführen.  

 
Sandiger Feldweg am Rande von Karow

Auf Ostberliner Gebiet liegen die Ortschaften Karow und Buch im Bezirk Pankow. Zwischen Karow und Buch verläuft die BAB A 10.  In Brandenburg befindet sich die Gemeinde Panketal, die aus den Gemarkungen Schwanebeck und Zerpenick (mit dem Ortsteil Hobrechtsfelde) gebildet wurde. 


Hobrecht und die Berliner Rieselfelder 

Hobrechtsfelde geht auf ein Berliner Stadtgut zur Bewirtschaftung der Rieselfelder zurück. Das Stadtgut wurde nach James Hobrecht benannt.

James Hobrecht (1825 – 1902) – sein Bruder wurde 1872 Berliner Oberbürgermeister – entwickelte als preußischer Stadtplaner den 1862 in Kraft getretenen Bebauungsplan der Umgebung Berlins (Hobrechtplan). Außerdem schuf er die Berliner Stadtentwässerung. 

Der Berliner Arzt Rudolf Virchow hat 1868 auf die dringende Notwendigkeit einer Kanalisation zur Eindämmung von Typhus und Cholera hingewiesen. 1874 erfolgte die Anweisung der Stadtverwaltung, dass alle Haushalte an eine Kanalisation anzuschließen seien. Zunächst war die Einleitung der Abwässer in die Spree vorgesehen. 

Dem trat James Hobrecht entgegen, der die Entsorgung auf Rieselfeldern vorsah. Er teilte die Stadt für den Bau der Kanalisation in zwölf Gebiete ein, deren Abwässer jeweils am tiefsten Punkt zusammenliefen und von dort aus mittels eines Pumpwerkes zu Rieselfeldern im Umland gepumpt wurden (das Berliner Radialsystem). Dadurch konnte die ungeklärte Einleitung in die Spree verhindert werden. Das erste Abwasserpumpwerk wurde 1878 am Halleschen Ufer für das Radialsystem III in Betrieb genommen. Der größte Rieselfeldkomplex entstand in Buch und in Hobrechtsfelde.  Das damals noch selbständige Charlottenburg erwarb Flächen im Gebiet von Gatow, Spandau und Groß Glienicke. Das Abwassersystem bildet bis heute den Kern der Berliner Mischwasserkanalisation. 

In der Umgebung Berlins entstanden zwischen 1875 und 1892 20 Rieselfeldgebiete, hauptsächlich im Nordosten und im Süden der Stadt, wie die nachstehende Karte zeigt. Die Abwässer wurden zunächst in Sammelbecken vorgeklärt und dann auf die Wiesen und Acker geleitet. Die Berieselung erfolgte angepasst an die Kulturen.  Felder für Grünland wurden 4- bis 8-mal jährlich mit Abwässern überflutet, während Ackerfelder für Wintergetreide einmal pro Jahr mit Abwässern beschickt wurden. Parallel zu den Rieselfeldern wurden stadteigene Güter geschaffen, die die Rieselflächen bewirtschafteten und die Bevölkerung mit Lebensmitteln versorgten. 

1906 entstand das Gut Hobrechtsfelde, welches wie der Großteil der überwiegend zur Abwasserverrieselung genutzten Güter von der Stadt betrieben wurde. Neben der Abwasseraufnahme bestand die Aufgabe des Gutes in erster Linie in der Milch- und Fleischversorgung des Bucher Krankenhauskomplexes. Hobrechtsfelde war mit Molkerei, Schlachthof und einem großen Getreidespeicher das Zentralgut im Nordosten Berlins. 

1963 wurde ein erstes Abwasserklärwerk in Berlin-Ruhleben in Betrieb genommen. Nachdem ausreichend Klärwerke gebaut waren, wurden bis 1998 alle Rieselfelder stillgelegt. 

Karte der ehemaligen Berliner Riesefelder
(aus Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Zwischen Karow und Buch quere ich die BAB 10 und fahre nach Buch hinein. Die Berliner Grenze verläuft um Buch herum. Bei Hobrechtsfelde nördlich von Buch erreicht die Grenze Berlins zu Brandenburg den nördlichsten Punkt. Durch Buch fließt die Panke. 

Buch

Die Panke ist nach Spree und Havel der drittlängste Berliner Fluss. Sie entspringt nördlich von Bernau und fließt durch eine eiszeitliche Rinne an Buch, Karow, Niederschönhausen, Pankow, Gesundbrunnen und Wedding vorbei in die Spree. 

Westlich von Buch fahre ich an zwei DDR-Ruinenkomplexen vorbei. Weitab von Berlin hatte die DDR-Führung von der Öffentlichkeit abgeschirmt 1980 eigens für die Angehörigen des Staatssicherheitsdienstes eine Stasi-Klinik errichtet. Daneben befand sich das 1976 eröffnete Regierungskrankenhaus der DDR. Beide Kliniken waren für die „normale“ Bevölkerung nicht zugänglich. Das Regierungskrankenhaus behandelte nur Mitglieder der Regierung, des SED-Zentralkomitees und hohe SED-Funktionäre sowie deren Angehörige. Zugang zum Stasi-Krankenhaus hatten nur Mitarbeiter der Staatssicherheit und deren Angehörige. 

Das alte Tor am Regierungskrankenhaus ist noch erhalten,
aber verschlossen, wie das Tor zur Stasi-Klinik.
Die Gebäude dahinter sind weitgehend verfallen.

Nach der Wende wurden beide Krankenhäuser dem Klinikum Buch angeschlossen und später an die Helios Klinik verkauft. Die Klinik Buch wurde 2007 durch einen modernen Neubau ersetzt. Jetzt gibt es Planungen, die Gebäude der alten Krankenhäuser für den Bau von Wohnungen abzureißen. 

Hinter Buch fahre ich ein Stück nördlich der BAB 10 Richtung Autobahndreieck Pankow. Hinter dem Autobahndreieck Pankow umgeht die Grenze (Bezirk Pankow und Land Brandenburg) die Arkenberge und stößt auf das Tegeler Fließ, dem die Grenze nach Südwesten folgt. 

Überraschung hinter Buch.
Zunächst bin ich hier auf einen anderen Weg abgebogen.
Dann merkte ich, dass das falsch war und musste doch
mit dem Fahrrad durch den Bach fahren. 
Hier war ich froh, dass die Furt mit Kopfsteinen gepflastert war.

Die Arkenberge sind ein natürlicher Höhenzug, der nach 1984 durch Bauschuttaufschüttungen die höchste Erhebung des Landes Berlin wurde, höher als der Teufelsberg. 

Die Arkenberge

Nördlich der Arkenberge befindet sich das ehemalige Berliner Stadtgut Schönerlinde (im brandenburgischer Landkreis Barnim). Auf den 1907 angekauften Ländereien entstanden Rieselfelder und 1908 wurden Teichanlagen als Nachklärbecken angelegt. Die Teiche dienten später dem VEG (Volkseigenes Gut) zur Fischzucht, es wurde einer der größten Fischzuchtbetriebe der DDR. Jetzt sind die Teiche ein Naturschutzgebiet. 

Neben den Schönerlinder Teichen, auf der westlichen Seite der S-Bahn-Trasse, befindet sich in Mönchsmühle, am Tegeler Fließ gelegen, eine der ältesten Wassermühlen Brandenburgs. 

Die Wassermühle Mönchsmühle wurde 1230 von den Zisterziensermönche des Klosters Lehnin errichtet. Das Kloster hatte in der Gegend umfangreichen landwirtschaftlichen Besitz. Für den Betrieb der Mühle mussten sie zuvor das Wasser mit einem Damm aufstauen, um eine Fallhöhe von vier Metern für das Mühlrad zu erreichen.  Die Mühle war bis 1973 in Betrieb, durch die Mönche des Klosters Lehnin allerdings nur bis zur Reformation. Jetzt unterhält ein Förderverein die Mühle und erzeugt mit ihr Strom. 

Nur das Mühlenrad konnte ich fotografieren.
Das Mühlengebäude war geschlossen.
Vielleicht kann ich es bei der nächsten Etappe besichtigen.

Das Tegeler-Fließ ist ein kleiner Bach, der in dem Gebiet des Mühlenbecker Sees östlich von Birkenwerder in Brandenburg entsteht. Seine Fließrichtung ist nach Südwesten mit der Mündung in den Tegeler-See. Das Bachtal ist durch eine eiszeitliche Rinne entstanden. Verbunden mit dem Mühlenbetrieb der Zisterziensermönche erfolgte eine Wasserregulierung, wodurch ein höherer Wasserstand erreicht wurde und Vermoorungen entstanden. In Teilen erfolgte Torfabbau. Der Klöppchensee bei Alt-Lübars ist dadurch entstanden. In der Nachbarschaft bestehen noch zahlreiche Niedermoorwiesen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden Rieselfelder angelegt, die über den Tegeler Fließ entwässert wurden. Nach Beendigung der Verrieselungen wurde die Fließ-Niederung deutlich trockener.

Das Tegeler-Fließ bildet mit seinen vielen Windungen die Brandenburger Grenze zum Ostberliner Bezirk Pankow und danach zum Westberliner Bezirk Reinickendorf. 

Ich fahre von der Mönchsmühle aus zum S-Bahnhof Mühlenbeck-Mönchsmühle  und beende diesen Abschnitt der Berlin-Umrundung. Die Fortsetzung der Tour wird dann hier beginnen, zunächst dem Tegeler-Fließ folgen und hinter Schildow am Köppchensee auf den Berliner Mauerweg stoßen.


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