Unser regelmäßiger Spaziergang

16. Januar 2026

Wenn wir keine größere Wanderung machen, gehen wir möglichst jeden Tag eine Runde um La Paz – wenn es nicht regnet, jetzt im Januar regnet es allerdings öfter.

Spaziergang La Paz - 3,5 Kilometer

Wir gehen an dem Einkaufszentrum La Cupula gleich neben unserer Wohnanlage vorbei und über die Kreuzung der Avenida mit dem langen Namen (siehe „Taoro Wanderung“, Link zum Bericht). Rechterhand ist der Botanische Garten und gegenüber der Placita Retama, benannt nach der Carretera Retama, der wir im weiteren folgen.

Eingang des Botanischen Gartens an der Calle Retama

Den Botanischen Garten „Jardin de aclimatación de La Orotava“ ließ der spanische König ab 1791 auf dem Land der  Hacienda El Durazno anlegen, die noch zu La Orotava gehörte und der Hafen war der Puerto de la Orotava. Eine selbständige Gemeinde wurde Puerto de la Cruz erst 1808.  

Das Herrenhaus der Hacienda war der Landsitz Abaco aus dem 18. Jahrhundert, das lange Zeit in seinem ursprünglichen Stil erhalten blieb. Heute ist dort ein Restaurant. Die Hacienda geht auf Bartolome Benitez de Lugo, Neffen des Eroberers von Teneriffa, Alonso Fernandes de Lugo, zurück. Der Neffe wurde mit dem Land für seine Verdienste bei der Eroberung Teneriffas belohnt.

In dem Botanischen Garten sollten tropische Pflanzen aus den spanischen Kolonien akklimatisiert werden, um danach im Königlichen Garten in Madrid angepflanzt zu werden. Das funktionierte aber nicht so richtig.

(siehe „Teneriffa Spaziergänge: Botanischer Garten“, Link zum Bericht)

 

Retama ist ein zu den Schmetterlingsblüten gehörender, gelb blühender Strauch. Als Teide-Ginster (Retama del Teide) ist er auf Teneriffa und La Palma endemisch, nur hier wachsend, und prägt die Landschaft der Cañadas del Teide. Aus den Blüten der Retama-Sträucher produzieren die Bienen den bekannten Teide-Honig. Bei Wanderungen in höheren Regionen sieht man zahlreiche Bienenkörbe.

 

Apartmentanlage gegenüber dem Botanischen Garten

Hinter dem kleinen Platz Retama befindet sich ein mit rötlichen Steinen verkleidetes, etwas indisch anmutendes Apartment-Gebäude. Im Erdgeschoss ist passend ein indisches Restaurant, das Delhi Darbar, mit guter Küche und wählbarer Schärfe der Gerichte. Auch die anderen Restaurants, das Black Sea, das Oliva und die Pizzeria Europa sind empfehlenswert. In der Pizzeria gibt es am Wochenende zur Frühstückszeit Churros, ein in Öl gebackenes Spritzgebäck. Die Spanier essen es gewöhnlich mit heißer Schokolade, ich mag die Variante nur mit Zucker lieber. Der Ursprung der Churros soll ein chinesisches Frühstücksgericht sein, das portugiesische Händler nach Europa gebracht haben.

Ein kleiner Palmenhain

Die Retama-Straße wird auf der einen Seite von einem langgestreckten Palmen-Wäldchen gesäumt. Gegenüber ist die Appartement-Anlage Tajinaste, gefolgt von Violetas del Teide und den Apartamentos Tarahal.  Gegenüber ist das Rio Garoe, ein sehr gutes Hotel. Der Straßenabschnitt ist hier die Calle Dr. Celestino González-Padrón. Das war auch unsere erste Anschrift auf Teneriffa, als wir in unserer ersten Wohnung in  der Apartment-Anlagge Violetas del Teide gewohnt haben.

Apartmentanlage Tajinaste
 im kanarischen Stil mit Holzbalkonen

Apartmentanlage Tarahal 
in einem etwas maurisch aussehendem Stil

Tajinaste ist eine auf allen Inseln der Kanaren endemisch beheimatete Pflanze mit kegelförmigen Blüten. Am bekanntesten sind die weiße (Echium decaisnei) und die rote Tajinaste (Echium wildpreti). Der Samen ähnelt ein wenig dem Kopf einer Schlange, daher der Name Echium (griechisch: Viper). Der deutsche Name ist Natternkopf. Der spanische Name Tajinaste soll aus der Guanchen-Sprache stammen (tainast – Nadel, Stachel).   

Weiße Tajinaste

Am schönsten sieht die am Teide vorkommende rote Tajinaste aus, auch als Roter Natternkopf oder Wildprets Natternkopf bezeichnet. Diese Tajinasten-Art blüht nur einmal in ihrem Leben. Sie wächst über mehrere Jahre heran, blüht und bildet Samen zur weiteren Verbreitung und stirbt dann ab. Der deutsche Name Wildprets Natternkopf ist zu Ehren des Schweizer Gärtner und Botaniker Hermann Wildpret benannt. Von 1860 bis 1893 leitete er den Botanischen Garten in Orotava bzw. Puerto de la Cruz.                                                                     
Roter Natternkopf
Foto eines Ausflugs in die Canadas

Violetas del Teide, die blau blühenden Teide-Veilchen, wachsen nur auf den Gipfeln des Teide-Nationalparks oberhalb von 2.400 Metern. Ich habe sie noch nicht in freier Natur gesehen.

Hotel Garoe

Wir gehen jetzt parallel zur Hauptzufahrtstraße nach Puerto, der Carretera Este, Richtung Meer. Am Weg liegt die vor einigen Jahren neu gebaute Kirche Iglesia Nuestra Señora de la Paz.  

Nuestra Señora de la Paz ist die jüngste Kirche in Puerto de la Cruz. 2006 wurde sie geweiht. Auffallend sind die bunten Glasbilder an der Kirchenfassade.

Unter der Kirche ist eine sogenannte Auferstehungskapelle mit einem Kolumbarium, in dem die Urnen Verstorbener aufbewahrt werden können (Der Name „Kolumbarium“ bezeichnet eigentlich ein Taubenhaus. Weil die altrömischen Grabkammern mit ihren reihenweisen übereinander angebrachten Nischen für die Aufnahme von Urnen nach der Feuerbestattung wie ein Taubenschlag aussahen, erhielten sie den Namen Columbarium.) 

Vor der Kirche wurde 2019 eine große Statue aufgestellt, „Christus der Versöhnung“, die Christus als gefolterten Gefangenen darstellt. Die Statue ist das Werk des polnischen Bildhauers Maksymilian Biskupski. Es ist eine Erinnerung an die Ermordung von 22.000 Menschen im Wald von Katyn (Ostpolen, heute russisch) und in den Gefängnissen Anfang des 2. Weltkriegs auf Anordnung von Stalin.


 

Die Kirche Senora de la Paz

Die Kirche ist umgeben von schon lange aufgegebenen Bananenplantagen, mittendrin die Ruine des Gelben Hauses. Es ist Bauerwartungsland. Im letzten Jahr wurde das ganze Areal eingezäunt und teilweise planiert, weiter passierte nichts. Aber gegenüber der Carretera werden weiter Bananen angebaut. Hier beginnt auch der Weg zur Bollullo-Bucht durch die Bananenfelder (siehe „Der schmale Küstenstreifen von La Orotava“, Link zum Bericht).

Die Felsen an der Küste von La Orotava

Das „Gelbe Haus – Casa Amarilla“, ist ein schon fast verfallenes Haus mitten in einer schon lange aufgegebenen Bananenplantage. Hier war einmal ein Zentrum der deutschen Primatenforschung der Preußischen Akademie der Wissenschaft in Berlin (1913 bis 1918). Darum steht das Haus unter Denkmalschutz, was den Eigentümer offensichtlich nicht hindert, das Haus dem Verfall preis zu geben.

Deutsche Anthropologen wollten das Verhalten von Primaten erforschen und hatten dafür das Orotava-Tal wegen seiner klimatischen Vorzüge ausgewählt. Führender Vertreter der damaligen deutschen Forschung war Wolfgang Köhler (von 1921 bis 1935 Direktor des Instituts für Psychologie in Berlin und danach Präsident der American Psychological Association). Die Schimpansen kamen aus der deutschen Kolonie Kamerun.  

1918 wurde das Gelbe Haus und die Bananen-Finca von dem Eigentümer (das Haus war nur gemietet) an den Briten Yeoward verkauft (Yeoward gehörten auch die Bananenplantagen, an deren Stelle das Hotel Botanico steht). Die Forschungsstation zog in den Ortsteil El Durazno oberhalb von Puerto de la Cruz um, in die Finca „El Cipres“ am Camino el Cipres. In der Finca war die Forschungsstation bis 1920. Dann musste sie wegen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Deutschland schließen. Die sechs Schimpansen der Station kamen in den Berliner Zoo.

Der Camino el Cipres war ein historischer Verbindungsweg von La Orotava zum Hafen, damals Puerto de la Orotava. Ein Teilstück steht seit einiger Zeit unter Denkmalschutz. Es beginnt gegenüber dem ehemaligen Restaurant „Casa Lala“ und endet an der „Villa Nati“  in der Nähe der Autobahn (Es ist ein großzügiger Villen-Komplex, der einmal einem Venezolanischen Minister (?) gehört haben soll). 

Das Gelbe Haus vor 5 Jahren

Unser Weg wird der Camino de la Costa, oberhalb der Carretera und der Küste. Auf der linken Seite liegt, etwas erhöht, das kleine Plató parapente (Gleitschirm). Hier können wir gelegentlich Paragleiter starten und landen sehen. Dann queren wir den Barranquilo Araujo o de los Pastores, ein unscheinbarer, trocken gefallener Barranco, der von El Mayoracgo in La Orotava kommt. Aber bei Regenfällen wird er wohl ein reißender Bach. Im letzten Jahr wurde der Ablauf unterhalb der Carretera durch eine Wasserbrücke ersetzt, um die Überflutung der Straße bei starkem Regen zu verhindern. Es ist ein scheußliches Beton-Bauwerk.

Blick vom Camino de la Costa auf die Bucht Martiánez, 
eingerahmt von einer Agaven-Blüte.

Ab hier beginnt jetzt wieder die bebaute Zone, Apartmenthäuser und Bungalows, gefolgt von Hotels, dem „Best Semiramis“ und dem „Atlantic Mirage“. Dessen Dachterrassen-Café bietet einen schönen Ausblick auf die Küste und das Meer. Hinter dem Best Semiramis führen Treppen vom Camino hinunter auf den Paseo de la Costa, der direkt am Hotel Atlantic Mirage vorbeiführt, etwa in der Hochhausmitte. Die Hotelzimmer sind oberhalb und unterhalb des Weges, der bei gutem Wetter auch die Frühstücksterrasse des Hotels ist.

Das ehemalige Meeres-Schwimmbecken des Hotels Semiramis
Laja de la Sal - Salzplatte
wird bei Flut mit frischem Seewasser gefüllt. Baden ist allerdings
bei der Überflutung nicht möglich. 

Vom Dach-Restaurant des Hotels Atlantic Mirage fotografiert:
Martiánez-Badelandschaft und die Martiánez-Bucht

Der Weg folgt dem Berghang etwas weg vom Meer. Unter uns ist der Playa Martiánez. Am Weg laden zwei kleine Terrassen-Restaurants ein. Dann kommen wir am Mirador La Paz an, der auch als Plaza Agatha Cristie ausgewiesen ist. 

Mirador La Paz - Plaza Agatha Christie

Puerto erinnert an mehreren Orten an die englische Schriftstellerin Agatha Christie. Agatha Christie (1890 – 1976) wurde durch ihre Kriminalromane bekannt (die Weltauflage ihrer Bücher soll zwei Milliarden übersteigen). 1927 kam sie für einen Monat (!) nach Puerto de la Cruz und wohnte im Hotel Taoro (das jetzt wieder eröffnet wurde). In ihrem Buch „Der rätselhafte Mr. Quin“ lässt sie die Handlungen der Kurzgeschichte „Der Mann vom Meer“ in La Paz stattfinden, insbesondere in dem Herrenhaus La Paz in der Nähe des Mirador La Paz.

Von hier gehen wir an der Kapelle San Amaro und dem Einkaufszentrum „Coviran“ vorbei zur Avenida mit dem langen Namen (Marqués de Villanueva del Prado).


San Amaro


Der Bau der Ermita San Amaro wurde 1591 von dem spanischen Hauptmann und Mitglied der Inselregierung Juan Mesa y Lugo veranlasst (fast genau 100 Jahre vorher wurde 1495 die entscheidende Erroberungsschlacht von Acentejo bei La Matanza gewonnen). Sie steht neben dem heutigen Mirador La Paz. In Guanchen-Zeit soll hier ein spiritueller Platz gewesen sein. Unterhalb des Miradors wurden Bestattungs-Höhlen der Guanchen gefunden.

San Amaro war lange Zeit die einzige Kirche in dem Gebiet. Die heutige Hauptkirche von Puerto de la Cruz, Nuestra Señora de la Peña de Francia (heilige Jungfrau von Peña) wurde erst 1697 im Zuge der Besiedlung des Gebietes um den Hafen von Orotava (heute Puerto de la Cruz) errichtet.

Umgeben war San Amaro von Zuckerplantagen, dann von Weinfeldern und danach von Bananenfeldern.  Nicht weit entfernt ließ sich 1702 Bernardo Valois (der als Bernhard Walsh aus Irland nach Teneriffa kam) das Herrenhaus La Paz bauen. Sein Schwiegersohn und Erbe war Juan Cólogan Blanco, weshalb das Herrenhaus auch als Casa Cólogan bezeichnet wird. 


Das Herrenhaus La Paz
und der Paseo de los Cipreses
(bei einem anderen Spaziergang fotografiert) 

Hotel Botanico

Wir gehen am Canary-Center vorbei, manchmal machen wir auch einen Schlenker durch das im Bungalow-Stil gebaute Einkaufs-Center an der Avenida Marqués de Villanueva del Prado.  Das Restaurant von Manuela und Leo (Tiroler Alm) mit sehr guter Küche liegt am Weg. Auf der anderen Straßenseite ist das Hotel Botanico. Dann sind wir schon wieder an der Kreuzung der Avenida und der Calle Camelia.

Der Aufgang zu unserer Wohnanlage

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 Taoro-Wanderung

30. Dezember 2025

Kleine Wanderung zum Taoro und über den Hafen zurück. 

Das Hotel Taoro hat nach langem Leerstand und Jahren der Erneuerung wieder geöffnet. Wir wollten uns ansehen, wie es geworden ist. Außerdem ist der Weg über den Taoro-Berg eine Standardstrecke, die wir schon oft gegangen sind.     

Wanderung 7 Kilometer

Start bei uns in La Paz. Die Hauptstraße mit dem langen Namen, Avenida Marques de Villanueva del Prado, in die Stadt hinunter. 


Der Name der Straße ehrt den Marques de Villanueva del Prado. Welchem Marques die Ehrung gilt, war im Internet nicht herauszufinden. Erster Marques war der 1615 in La Laguna geborene Thomás de Nava y Grimón. Er war Ratsherr der Insel Teneriffa (es gab noch keine selbständigen Gemeinden) und erhielt 1666 vom spanischen König Carlos II. aus dem Hause Habsburg den Titel eines Marques. Inzwischen gibt es den 11. Marques: Manuel de Quintana y Sáez, Architekt und Professor an der Universität von La Laguna.

 

Wahrscheinlich gilt die Ehrung dem 6. Marques de Villanueva del Prado, Alonso de Nava y Grimón (1757 – 1832) aus La Laguna. Er war von dem spanischen König Karl III. mit der Gründung eines Akklimatisierungsgarten beauftragt worden (exotische Pflanzen aus den spanischen Kolonien sollten auf Teneriffa an das Klima Spaniens angepasst werden, was allerdings nicht funktionierte). Das Land für den Garten stellte der Schwiegervater des Marques, Besitzer der Ländereien von El Durazno. Dessen Familie erhielt den umfangreichen Besitz im Orotava-Tal 1502 von dem Eroberer Teneriffas, Alonso Fernández de Lugo. Der Besitz umfasste 100 Fanegas bewässertes Land und 300 Fanegas Trockenland (ein Fanega (Flächenmaß) war die Fläche Land, um eine Fanega (Volumenmaß) Getreide zu produzieren, das waren etwa 5.200 m², ein halber Hektar.). Zu den Ländereien gehörte auch das bekannte Herrenhaus Abaco (heute das Restaurant Tito`s Tenerife). 

Am Beginn der Avenida (Allee, Hauptverkehrsstraße) ist der vom 6. Marques begründete Jardín Botánico de la Aclimatación de La Orotava (Puerto de la Cruz war damals Teil der Stadt Orotava). Es folgt das Canariy-Center, ein Einkaufszentrum im Bungalowstil errichtet, mit Boutiquen und Restaurants, u.a. die „Tiroler Alm“, geführt von Manuela und Leo, die zuvor im Innenbereich des Centers waren. Das davor gelegene Restaurant „Al Contrario“, früher das spanische „Magnolia“, ist wegen zu hoher Mietforderung der Apartmentanlage Molino Blanco geschlossen. Das auf der anderen Straßenseite gelegene, zur Loropark-Gruppe gehörende, Hotel Botanico ist im vergangen Jahr gründlich renoviert worden, um seinen Platz als erstes Hotel am Ort gegenüber dem neu eröffneten Taoro-Hotel zu behaupten. 

Die an die Avenida angrenzenden Stadtteile von Puerto de la Cruz sind La Paz und El Botanico. Wo die Stadtteilgrenzen verlaufen, konnte ich nirgends finden. In einer amtlichen Mitteilung wird die Straße Calle Camelia, an der unsere Wohnanlage liegt, beiden Stadtteilen zugeordnet. 

Zur Altstadt von Puerto dürfte der kleine Garten Sitio Litre, an der Avenida gelegen, gehören. Es ist einer der ältesten (oder der älteste) Privatgärten in Puerto. 1774 wurde er durch den britischen Kaufmann Archibald Little, der sich auf Teneriffa Litre nannte, angelegt. Er hatte zuvor das Grundstück mit dem um 1730 erbauten Haus erworben. 

Es folgt auf der rechten Straßenseite das Hochhaus Belair. Gegenüber befindet sich der Taoro-Berg, unser Ziel. Man kann von der Avenida aus die Treppen hinauf gehen, oder die mit etwas langgezogener Steigung zum Taoro führende Straße wählen. Wir gehen diesmal die Straße. 

Kachel am Fuß der Treppe zum Taoro,
die an die Zeit der Guanchen vor der Eroberung der Insel erinnen soll.


Der Taoro-Berg ist einer von drei erloschenen Vulkankegeln im Gebiet von Puerto de la Cruz und Los Realejos. Die anderen ehemaligen Vulkane sind der Berg Las Arenas (jetzt mit dem Hotel Las Aguilas) diesseits der Autobahn und der Montaña Los Frailes gegenüber der Autobahn (jetzt mit der Restaurant-Anlage Monasterio am Fuß des Aschekegels).

An der Straße zum Taoro-Hotel.
Hier war ein Katzen-Liebhaber sehr besorgt.

Das neue Taoro-Hotel

1892 wurde das „Britisch Grand Hotel Taoro“ als erstes großes Luxushotel auf der Insel eröffnet. Damals kamen zumeist englische Kurgäste, um sich in dem milden Klima des Orotava-Tals zu erholen. Für den Hotelbau wurde die Spitze des Vulkanberges abgetragen.

1929 brannte das Gebäude teilweise ab und wurde wiederaufgebaut. Von 1935 bis 1950 war Enrique Talg-Schulz Pächter des Hotels (mit seinem Sohn Enrique Talg-Wyss baute er 1958 das Hotel Tigaiga, s.u.). 

Nachdem 1945 die Inselregierung das Hotel gekauft hatte, wurde es 1950 an die spanische Hotelgruppe HUSA vermietet (die 1930 gegründete HUSA-Hotelgruppe ist mit 160 nationalen und internationalen Hotels eine der größten Hotelketten in Spanien). Das funktionierte bis 1975, als das inzwischen veraltete Hotel geschlossen wurde. 1979 bis 2006 wurde in dem Gebäude ein Spielcasino betrieben, das im Juli 2006 in das Schwimmbad Lago Martiánez verlegt wurde. Seitdem stand das Hotelgebäude leer. Wir kennen das   Hotel auch nur als Casino-Gebäude.

2019 hat die Inselregierung das Hotel an eine Hotelgesellschaft vermietet, die es mit finanzieller Beteiligung der Inselregierung umfassend sanierte. 2025 wurde das Haus als 5-Sterne-Hotel von der Firmengruppe Tropical Touristica Canaria eröffnet. Zu der Gruppe gehört auch das Alabama Hotel Resort im Süden der Insel. Die Tropical Touristica Canaria gehört dem spanischen Medienkonzern Prisa (mit der Zeitung El Pais und mehreren Rundfunk- und Fernsehsendern) der Familie Polanco.                                                                       

Der neue Hoteleingang

Blick vom Hoteleingang zum Taoro-Park

Neue Swimmingpool-Anlage vor dem Kongreß-Saal

Mit dem Hotel entstand auf dem Taoro-Berg eine große Parkanlage. Die Anlage besteht aus zwei Teilen. Vor dem Hotel, zur See-Seite hin, ist der Park La Atalaya (Ausguck). Er wird oft auch als Mirador de la Atalaya bezeichnet, weil man von hier einen sehr schönen Blick über die Stadt Puerto de la Cruz hat. Den Berghang hinauf führt eine Treppenanlage mit mehreren Plattformen (wir sind die Carretera Taoro neben der Treppenanlage gegangen), begleitet von Blumenbeeten, Wasserläufen und einem Wasserfall. Der Aussichtspunkt ist der kubanischen Dichterin Dulce Maria Loynanz gewidmet, an die eine Büste erinnert.

Dulce Maria Loynaz (Dulce María Loynaz de Alvarez de Cañas, 1903 – 1997), war eine kubanische Dichterin, die in den 1920er Jahren mehrmals auf Teneriffa und mit der Insel verbunden war (ähnlich wie Agatha Christie). Eine ihrer Erzählungen, „Un Verano en Tenerife“, erinnert an ihre Aufenthalte.  Sie ist Ehrenbürgerin von Puerto de la Cruz.

Blick vom Aussichtspunkt auf das Taoro-Hotel

Blick hinunter in die Stadt,
rechts und links des Hochhauses Bellair.

Hinter dem Hotel Taoro, zur Teide-Seite hin, ist der Taoro-Park mit dem Camino de la Sortija. Das ist eine Anlage für Reiterspiele, den Sortija, die wohl zur Zeit der Hotel-Eröffnung Mode waren.

Bei der Sortija müssen Reiter einen in 2 - 3 Meter Höhe angebrachten Ring im Galopp mit einem Stock stechen. Das Spiel geht auf mittelalterliche Turniere zurück und wurde im 17. Jahrhundert in Argentinien von den Gauchos, den Rinderhirten, übernommen. In England wird es noch heute als „Maunted Games“ gespielt und in Norddeutschland kennt man es als Ringreiten.       

Blick in den Taoro-Park.
Im Bildmittelpunkt ist das Hotel Las Aguilas 
auf dem Montana Las Arenas zu sehen.

Ein großer Gummibaum im Park

Die Blüten eines Persischen Seidenbaums

Ein Schraubenbaum 
mit seinen stelzenartigen Wurzeln.

Bei der Sortija müssen Reiter einen in 2 - 3 Meter Höhe angebrachten Ring im Galopp mit einem Stock stechen. Das Spiel geht auf mittelalterliche Turniere zurück und wurde im 17. Jahrhundert in Argentinien von den Gauchos, den Rinderhirten, übernommen. In England wird es noch heute als „Maunted Games“ gespielt und in Norddeutschland kennt man es als Ringreiten.

Teil der Parkanlage ist die englische Kirche „All Saints“, Allerheiligen. 1891 fand der erste Gottesdienst in der Kirche statt. Es ist die älteste anglikanische Kirche in Spanien. Der Bau der Kirche war eine Art Tourismus-Förderung. Zum Ende des 19. Jahrhunderts kamen immer mehr Mitglieder der englischen Oberschicht auf die Kanarischen Inseln, um ihre Lungenleiden auszukurieren. Als eine Maßnahme zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur wurde der Bau einer anglikanischen Kirche angesehen. Die Geschäftsleitung des Grand British Hotel überließ der anglikanischen Gemeinde ein Grundstück in dem heutigen Taoro-Park mit der Auflage, dort eine Kirche zu bauen. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden der in Puerto wohnenden Mitglieder der Gemeinde. Die deutsche evangelische Kirchengemeinde hat ihren sonntäglichen Gottesdienst in der englischen Kirche.

Die Kirche All Saints,
eingebettet in den Taoro-Park.

Seit dem 16. Jahrhundert waren englische Kaufleute in Puerto ansässig und bildeten eine anglikanische Kirchengemeinde.  Ihren Gottesdienst feierten sie in Privathäusern, nachdem es ab 1605 in Spanien lebenden Engländern erlaubt war, privat und in ihren Häusern Gottesdienste abzuhalten.

1747 erhielten sie die Genehmigung für die Errichtung eines Friedhofs, denn als Nicht-Katholiken durften sie nicht auf dem allgemeinen Friedhof begraben werden. Dieser Friedhof besteht noch heute in der Nähe des Castillo San Felipe.

Neben dem Taoro-Hotel steht seit 1958 das Hotel Tigaiga, das zu den führenden Hotels in Puerto geört. Wie das Hotel Botanico zeichnet sich auch das Tigaiga durch eine große Gartenanlage aus. Der Hotel-Gründer, Heinz Talg-Schulz, war ein Deutscher, der 1950 die spanische Staatsbürgerschaft erhielt und seinen Vornamen in Enrique veränderte, was für die Spanier besser auszusprechen war. Sein Sohn hieß ebenfalls Enrique und bekam von seiner Schweizer Mutter den Namensteil „Wyss“, Enrique Talg-Wyss. Das Hotel wird noch heute von der Familie geführt

Hotel Tigaiga
mit seiner Gartenanlage

Vor dem Hotel Tigaiga biegt die Via de Malpais von der Carretera Taoro ab. Der Straßenname erinnert an den Ursprung des Taoro-Parks. Es war ein Lavafeld, „Mal Pais“ (schlechtes Land). Früher hieß der Berg darum auch Monte Miseria, Berg des Elends. An einigen Stellen im Park hat man die ursprüngliche Landschaft mit Picon und Lavafelsen belassen.

Auf der Terrasse von Alberto
mit Blick hinunter zur Küste

Das Taoro-Hotel, 
vom Weg hinunter in die Stadt aus betrachtet.

Am Ende der Mal Pais kommen wir zu Alberto. Ein kleines Restaurant, von dessen Terrasse man auf den Loropark und Punta Brava und weiter die Küste entlang schaut. Von hier aus gehen wir hinunter in die Stadt, auf einem Weg, den man kennen muss. Er hat keinen Namen und ist auch nicht ausgeschildert. Ein paar Hausruinen beweisen, dass man hier vor einer Reihe von Jahren noch wohnte und wohl auch Gärten hatte. Ein Abzweig des Weges führt neben dem Hotel Tigaiga zum Taoro-Park. Wir gehen den „Hauptweg“ und an dessen Ende über eine lange Treppe hinunter auf die Hauptstraße in die Stadt und weiter auf einer kleinen Gasse.

Hier stehen vier historische Kalköfen, die „Hornos de Cal“. Der gebrannte Kalk wurde früher als Baumaterial verwendet. Ursprünglich wurden die Öfen mit Besenheide befeuert. Später wurden sie mit Kohle betrieben, die auf Segelbooten von Gran Canaria nach Puerto gebracht wurden (und aus englischen Kohleminen kamen?). Kalkstein wurde von den anderen kanarischen Inseln, insbesondere von Fuerteventura, als Ballastladung nach Puerto gebracht. Die noch erhaltenen Kohleöfen wurden Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts an der Stelle vorheriger Öfen gebaut. Kalköfen soll es bereits im 17. Jahrhundert gegeben haben. Das Geschäft funktionierte bis 1940, als der Kalk durch Industriezement ersetzt wurde.

Einer der Kalköfen

Ein Blumenbeet gegenüber den Kalköfen.
Im Hintergrund die 
Ermita de Cruz Verde o de Santa Rita.

Es folgt der Plaza del Charco, der Platz der Pfützen. Vor der Pflasterung des Platzes (1880) wurde er oft vom Meerwasser überflutet und Pfützen blieben zurück. Angeblich wurden in den Tümpeln Garnelen gezüchtet (Camerones. Der Platz soll darum auch als „Plaza del Charco de los Camerones“ bezeichnet worden sein). Heute ist der Charco ein wichtiger Stadtplatz. Bis vor kurzem traf man sich unter den Schirmen des Café Columbus, dass leider von den Erben der Restaurant-Familie Moll aus Köln geschlossen wurde (wie auch das Café de Paris). Jedes Jahr wird am Charco die Bühne für die Weihnachts- und die Neujahrskonzerte der Stadt aufgebaut.

Am Plaza del Charco

Am Hafen gehen wir heute nur vorbei. Sonst bin ich hier öfter im Chiringuito Pipo auf ein Glas Rotwein eingekehrt. Die Chiringuito (übersetzt Imbissbude oder Strandbar) ist eine urige Hafenpinte mit Tischen im Freien. Unser Weg führt am Alten Zollhaus vorbei zum Mirador de la Viento mit Blick auf San Telmo und das Meerwasserschwimmbecken. 

Der Hafen von Puerto de la Cruz
mit dem Alten Zollhaus

Neben dem Alten Zollhaus ist das Fischer-Restaurant  
La Cofradia de Pescadores.
Hier der Aufgang zum Restaurant.

Das Alte Zollhaus oder auch das Königliche Zollhaus, Casa de la Real Aduana, stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist das einzige erhaltene Gebäude aus dieser Zeit. Damals war Puerto de la Cruz noch der Hafen und ein Teil von Orotava. 1650 wurde eine halbkreisförmige Mole errichtet, der Puerto Nuevo, der heutige Fischereihafen. Bis dahin mussten die Schiffe auf der Reede vor Anker gehen und die Ladung wurde mit kleinen Booten an Land gebracht.

Denkmal für Antonio Franchi

Erbauer des Zollhauses war der aus La Orotava stammende Regidor Antonio Franchi Luzardo y Ponte de Castillo. Die Stadt Puerto hat ihm ein Denkmal in der Fußgängerzone Calle Quintana, in der Nähe des Plaza del Charco, gewidmet. Franchi hatte 1603 von der Stadt La Orotava den Auftrag erhalten, an dem Anlandeplatz des späteren Puerto Nuevo Grundstücke am heutigen Plaza del Charco für eine Kirche, öffentliche Wege und Baugrundstücke auszusuchen. Für sich ließ Franchi 1620 am Anlandeplatz ein Haus bauen. Die Nachkommen verpachteten das Haus an die königliche Finanzbehörde für die Zollverwaltung. Bis 1833 war die Zollverwaltung dort, bis sie nach Santa Cruz verlegt wurde. Der Hafen von Santa Cruz hatte den Hafen von Puerto de la Cruz an Bedeutung überholt. Heute ist hier das Tourismus-Büro der Stadt.


Ein anderer Aufgang in einem älteren Haus, der Casa Miranda. 
Das Haus ist nach der Familie Miranda benannt,
die im 17. Jahrhundert in dem herrschaftlichen Haus wohnte.
Als wir nach Teneriffa kamen, war das Haus ein Hotel und Restaurant. 
Im Erdgeschoss war ein Tapas-Restaurant, in dem man gemütlich bei einer Schinken- und Käseplatte und offenem Rotwein sitzen konnte.
Das ist leider lange vorbei. Jetzt ist dort ein eher langweiliges Café.

Weiter zum Plaza de la Iglesia. Kleine Einkehr im Don Carlos vor dem Hotel Monopol gegenüber der Hauptkirche von Puerto de la Cruz.

Nuestra Senora de la Pena de Francia

Nuestra Señora la Peña de Francia – Unsere Liebe Frau des Felsens von Frankreich – am Plaza de la Iglesia ist die Hauptkirche von Puerto de la Cruz, aus dem 17. Jahrhundert stammend. Auf dem Peña de Francia in der spanischen Provinz Salamanca befindet sich ein Marien-Wallfahrtsort, nach dem die Kirche benannt ist.

Es ist die Kirche, für die Antonio Franchi das Grundstück 1603 ausgesucht hatte. Zunächst wurde 1620 eine kleine Kapelle gebaut. 1648 bis 1697 wurde dann die heutige Kirche gebaut (mit Umgestaltungen in späteren Jahrhunderten). Sie ist dreischiffig und die Holzdecke im Innenraum ist im Mudéjar-Stil gestaltet (Mudejaren waren in Spanien nach Wiedereroberung verbliebene Muslime, die sich taufen lassen mussten. Als Handwerker wandten sie Bauformen und Ausgestaltungen der islamischen Architektur an.).

Blick vom Mirador de la Viento
auf die Bucht von San Telmo und das Meerwasserschwimmbecken

Wir gehen die Calle Cologan hinauf. Hier fahren die Taxis entlang, die zumTaxistand am Charco wollen und meistens haben wir Glück und können hier ein freies Taxi anhalten.