Spaziergang zur Mole
26. Januar 2026
Die Küste der Altstadt von Puerto de la
Cruz wird durch eine Mole geschützt, die vom Hafen bis zur Playa Jardin führt.
Auf ihr atmet man die salzdurchtränkte Seeluft wie bei einem Gradierwerk ein.
Man schmeckt das Meersalz auf den Lippen. Allerdings muss man aufpassen, dass
die Wellen nicht über die Mauer kommen. Bestenfalls wird man durchnäßt. Es hat
auch schon Unfälle mit tödlichem Ausgang gegeben, wenn Besucher alle Warnung in
den Wind geschlagen haben. Auf jeden Fall sollte man Schuhe mit fester Sohle
anhaben. Das Salzwasser wäscht die Oberfläche der Schutzmauer-Betonklötze immer
mehr aus, immer spitzer werden die stehenbleibenden Steinsplitter.
Küstenwanderung nach Punta Brava, 9 Kilometer
Heute waren die Wellen mäßig, stark genug, dass
die Salzluft zu spüren war, schwach genug, dass nur einzelne Wogen an die
Mole kamen.
Wir starten bei uns in der Urbanizasión
el Botanico und gehen die Avenida Marqués de Villanueva del Prado hinunter,
vorbei am Hotel Botanico und dem Canari Center, bis zum Mirador La Paz
(siehe auch: Unser regelmäßiger Spaziergang. Link zum Bericht).
Urbanizasión el Botanico oder Urbanizasión
La Paz. Bisher sind wir
immer davon ausgegangen, dass die Wohnanlage La Rosaleda, in der wir wohnen,
zum Stadtteil La Paz gehört. Neulich hat uns ein Taxifahrer aufgeklärt, dass
unser Ziel nicht in La Paz, sondern in El Botanico läge. Natürlich habe ich
gleich im Internet nachgesehen, aber ich konnte keine Karte mit den Grenzen der
Ortsteile von Puerto finden. In einer amtlichen Mitteilung wurde unsere Straße
Camelia beiden Ortsteilen zugeordnet.
An der Zugangsstraße zum Hotel Botanico ist
das Landhaus der Bahnanenplantage, die dort einmal war, noch erhalten. Bis in die 1950er Jahre bestand die Ortslage aus Bananenplantagen. In dem Landhaus hatte der Eigentümer lange Jahre noch ein Büro, das angesichts seines Alters aber wohl nur
eine Freizeitbeschäftigung war. Jetzt steht das alte Landhaus Yeoward
Intercon zum Verkauf.
Casa Yeoward.
Im Hintergrund das Hotel Botanico.
Das Landhaus früher, inmitten von Bananen.
Der alte Herr Yeoward, den ich manchmal gesehen habe, war wohl Sir
Anthony Yeoward. Von ihm habe ich einen Nachruf vom August 2020 im Internet
gefunden: Anthony Yeoward kam 1947 nach Teneriffa. Er hat den Stadtteil El Botanico
entwickelt und war im Immobiliensektor tätig. Seiner Familie gehörten die
Bananenplantagen, auf denen die Häuser des Stadtteils gebaut wurden. Die Casa
Yeoward war der Sitz des Yeoward-Familienunternehmens. Sie kauften Anfang des 20. Jahrhundert das im kanarischen Stil errichtete Haus aus dem 18.
Jahrhundert für ihren Bananenhandel.
Anthony Yeoward war der Enkel von Richard
Joseph Yeoward, der mit seinem Bruder Lewis Herbert Yeoward 1898 eine
Schifffahrtsgesellschaft für den Import von Bananen der Kanarischen Inseln
gründete. Sie betrieben auch eine Kreuzfahrtlinie zwischen Liverpool, Lissabon
und Madeira und entwickelten sich auf Teneriffa zum größten Bananenexporteur
nach Großbritannien.
Am Hafen von Puerto de la Cruz, hatten die Yeoward eine Bananen-Packanlage,
die um 1929 am Pier El Penitente (Hafen von Puerto) gebaut wurde. Die
Packanlage hat wohl auf der Fläche des jetzigen Parkplatzes gestanden.
Yeoward verschifften Bananen, Tomaten
und Kartoffeln nach Großbritannien.
Dass
einmal Kartoffeln von den Kanarischen Inseln exportiert wurden, verwundert aus heutiger Sicht. Wir müssen
suchen, um einheimische Kartoffeln zu kaufen. In den Supermärkten gibt es fast
nur englische Kartoffeln. Tatsächlich wurden ab dem 16. Jahrhundert Kartoffeln,
deren Saatgut aus Südamerika kam, angebaut. Die Kartoffeln wurden als Papas
antiguas bezeichnet, auch als Papas andigenasY (aus den Anden kommend).
Die ersten
Kartoffeln sollen 1622 in Icod Alto auf dem Land von Juan Bautista de Castro
Navarro angebaut worden sein, der sie aus Peru mitbrachte.
Nach Preußen kam die Kartoffel erst ein Jahrhundert später. Friedrich der Große befahl nach einer Hungersnot 1746 den Anbau von Kartoffeln in Pommern.
Die
Kartoffelsorte aus Peru gibt es heute noch auf Teneriffa als Papas negras oder auch
als Papas bonitas. Sie macht allerdings nur etwa 3 % der auf den Kanaren
angebauten Kartoffeln aus. Entsprechend teuer sind sie. Es sind kleine,
runzelige Kartoffeln mit gelbem Fruchtfleisch, die als Papas Arrugadas
(Runzelkartoffeln) mit Meersalz gekocht und ungeschält mit Mojo (typische
kanarische Soße, „grün“ mit Koriander und Petersilie zubereitet, „rot“ mit
Paprikapulver) gegessen werden.
Die spanisch-britische Schule am Taoro-Park
geht auf die Initiative der Yeowards zurück.
1955 wurde der Hafenbetrieb der Yeoward
Bros. Line eingestellt, nachdem ihr letztes Schiff, die Alca,
untergegangen war. Eine Wohnanlage an der Calle Richard J. Yeoward, in der
Freunde wohnen, heißt Edificio Alca. Daneben ist die Edificio
Alondra. Beide Wohnanlagen wurden nach
Schiffen der Yeoward-Linie benannt.
Auf dem Land der Yeoward-Bananenplantage
wurde 1974 das Hotel Botánico gebaut, dass 1995 von Wolfgang Kiesling
übernommen wurde, der zuvor (1972) den Loro Park gegründet hatte.
Der Mirador La Paz ist nach Agatha
Christie benannt, der bekannten englischen Kriminalroman-Autorin, die nur
eine kurze Zeit auf Teneriffa war, einen Kriminalroman mit Bezug auf La Paz
schrieb (Der seltsame Mister Quin) und an die deswegen an mehreren Stellen in
Puerto de la Cruz erinnert wird (siehe "Unser regelmäßiger Spaziergang"). Der Mirador bietet einen Blick
hinunter auf die Playa de Martiánez und die Schwimm-Landschaft Lago Mariánez.
Mirador La Paz - Plaza Agatha Christie
Wir gehen an der kleinen Kapelle San
Amaro vorbei und die Gasse Calle San Amaro hinunter in die Stadt.
Kapelle San Maro
Am Mirador de la Paz soll in
vorspanischer Zeit ein spiritueller Platz der Guanchen gewesen
sein. Unterhalb des Miradors hat man Bestattungs-Höhlen gefunden.
Nach dem Sieg der spanischen Eroberer folgte die Christianisierung der
Inselbewohner. Christliche Bauten sollten die Guanchen-Kultstätten und die
Erinnerung daran überlagern. Also wurde bei dem Kultplatz am Mirador eine
Kirche errichtet, die Ermita de San Amaro, dem Heiligen San Amaro
geweiht.
San Amaro, auch Heiliger Sankt Mauro, lebte von 500 bis 584 und
war Nachfolger des Heiligen Benedikt (Gründer des Benediktiner-Ordens).
Der Bau der Kapelle wurde 1591 von dem spanischen Hauptmann und Mitglied
der Inselregierung Juan Mesa y Lugo veranlasst (fast genau 100 Jahre vorher war
1495 die entscheidende Eroberungsschlacht von Acentejo bei La Matanza).
San Amaro war lange Zeit die einzige Kirche in dem
Gebiet des heutigen Puerto de la Cruz. Die heutige Hauptkirche von Puerto de la
Cruz, Nuestra Señora de la Peña de Francia (heilige Jungfrau von Peña) wurde
erst 1697 im Zuge der Besiedlung des Gebietes um den Hafen von Orotava (heute
Puerto de la Cruz) errichtet.
Umgeben war San Amaro zuerst von Zuckerplantagen, dann von Weinfeldern und
danach von Bananenplantagen. Nicht
weit von der Kapelle entfernt, ließ sich 1702 Bernardo Valois (der als Bernhard Walsh aus Irland
nach Teneriffa kam) das Herrenhaus La Paz bauen. Sein Schwiegersohn
und Erbe war Juan Cólogan Blanco, weshalb das Herrenhaus auch als Casa
Cólogan bezeichnet wird.
Vom Herrenhaus zur Küste führt ein von Zypressen gesäumter Weg,
den es zurzeit von Agatha Christie (1890 – 1976, britische
Schriftstellerin) schon gab. Damals allerdings inmitten einer Bananenplantage,
heute von Einfamilienhäusern und Villen gesäumt. Die Episode „Der Mann vom
Meer“ in ihrem Buch „Der geheimnisvolle Mr. Quin“ läßt Agatha Christie in La
Paz geschehen und beschreibt das Herrenhaus und den kleinen Weg zum Meer,
den Paseo de los Cipreses. Jetzt ist der Weg nach Agatha Christie
benannt.
Die Calle San Amaro wird von den Treppen
der Callejon de las Cabras (Ziegengasse, früher wurden hier die Ziegen
hinunter zum Meer geführt) abgelöst. An die Stufen sind die Titel der
Kriminalromane Agatha Christie´s gemalt, eine der Erinnerungen an die
Schriftstellerin. Von den Treppen schaut man über den Barranco Martiánez
hinüber zu dem wiedereröffneten Taoro-Hotel.
Blick von der Callejon
auf das renovierte Taoro-Hotel
Die Treppen enden an dem Calzada Martiánez,
den man auch anstelle der Treppen gehen kann und der vor der Einmündung in die
Avenida Aguilar y Quesada den Baranco Martiánez überquert. Wir gehen
parallel zur Avenida den Paseo Martiánez in Richtung Martiánez-Bucht.
Das ist eine von Palmen gesäumte Fußgänger-Promenade. Ursprünglich waren die
Blumenbeete zwischen den Palmen mit Rasenflächen verbunden. Seit neuestem sind
sie durch Felder mit weißen Steinen ersetzt worden, die einen hellen Streifen
parallel zu den Fußwegplatten bilden. Zwischen der Avenida und dem Berghang des
Mirador La Paz ist das Einkaufszentrum Centro Comercial Martiánez.
Paseo Martiánez
Der Name des Barrancos Martiánez geht auf einen der ersten Landbesitzer
zurück, den Portugiesen Martin Yanes, der 1522 hier Zuckerrohr anbaute.
Der Palmenweg endet an der Carretera
Este (Hauptzufahrtstraßen von der Autobahn in die Stadt). Früher fuhren die
Autos hier weiter in die Stadt hinein. Schon seit mehreren Jahren ist die
Carretera ab hier eine Fußgängerzone entlang der Martiánez-Bucht, vorbei
am Martiánez-Bad. Die Fußgängerpassage heißt ab hier Avenida Critobal
Colón, der Straßenname stammt noch aus der Zeit der Autostraße, und wird dann
der Paseo de San Telmo.
Der Platz an der Martiánez-Bucht ist immer gut besucht.
Das Martiánez-Bad ist im Zuge einer Umgestaltung der Küste
entstanden. Bei der Planung wurde der auf Lanzarote lebende Künstler César
Manrique hinzugezogen. 1977 wurde der letzte Abschnitt der Badelandschaft mit
mehreren Schwimmbecken fertiggestellt. César Manrique war ein Verfechter der
traditionellen kanarischen Bauweise. Auf Lanzarote bezog er beim Bau seines
Hauses die vorgefundenen Lavahöhlen als Wohnräume in sein Haus ein. Wir haben
es zu Beginn unserer Teneriffa-Zeit bei einer Kreuzfahrt zu den kanarischen
Inseln kennengelernt. Auf Teneriffa hat er neben dem Martiánez-Bad auch die
Badebuchen der Playa Jardin gestaltet.
Ein Teil des Martiánez-Bades
Barlovento
Skulptur von César Manrique
Kegel drehen sich im Wind
Blick über das Martiánez-Bad
auf den Plaza de Europa
Die Fußgängerzone, die hier der Paseo
San Telmo ist, führt am Playa San Telmo entlang, einst eine der historischen Schiffs-Anlandungsstellen von Puerto de la Cruz. Jetzt ist dort eine Badestelle,
so wie es aussieht wohl hauptsächlich von Einheimischen genutzt. Am Ufer steht
die Kapelle San Tellmo. Sie wurde 1780 auf Veranlassung der
Seefahrergilde errichtet, nachdem eine Vorgängerkapelle von 1608 durch einen
Brand vernichtet wurde.
San Telmo
Dem Paseo San Telmo folgt die Calle
Quintana, ebenfalls ein Fußgängerbereich, bis zum Plaza del Charco.
Wie der Paseo ist auch die Quintana von Restaurants, Geschäften und Hotels
gesäumt. Es ist die Haupt-Flaniermeile von Puerto. An der Quintana steht die Hauptkirche
von Puerto, die Iglesia Neustro Señora de la Peña
de Francia. Die Kirche wurde
1684 fertiggestellt. Der Glockenturm wurde 1898 hinzugefügt. Der Kirchenname
bezieht sich auf ein Heiligtum auf einem
Berg in der Sierra de Francia in der Provinz Salamanca, ein Bild Marias als Schwarze Madonna. Die gegenüberliegende
Schule war bis 1925 ein Kloster (der Heiligen Katharina).
Gegenüber sind die Traditions-Hotels Monopol
und Marquesa.
Das Gebäude des Hotels Monopol
stammt von 1742. Hier wurde Agustín de Betancourt 1758 geboren. Er war spanischer Offizier und Marschall der russischen
Armee. Mehrere Bauten und Projekte in Sankt Petersburg gehen auf ihn zurück. In
seiner spanischen Zeit entwickelte er die erste optische Telegraphenlinie von
Cadiz nach Madrid. Ab 1888 wurde das Haus als Hotel genutzt.
Das Hotel Maquesa besteht seit 1887. Davor wohnte dort die Marquesa de la Candia,
nach ihr ist das Hotel benannt. Gebaut wurde das Haus 1712 von Bernardo
Valois, einer der irischen Händler, die sich in der Zeit auf Teneriffa
niederließen.
Bernando Valois wurde als Bernard
Walsh Carew (Walsh war der Name des Vaters, Carew der der Mutter) 1663
in Irland geboren. Mit 16 Jahren verließ er Irland und ging zu
seinem Onkel nach Ostende in Belgien. Mit 21 Jahren folge er seinem Bruder nach
Teneriffa, der in La Orotava Weingroßhändler und Vertreter von Reedereien war.
Ein weiterer Bruder handelte auf Gran Canaria mit Weizen und Mais. Bernando
Valois übernahm die Geschäfte seines Bruders und wurde ein erfolgreicher
Kaufmann.
Außer dem Haus in
Puerto baute er sich das Herrenhaus Finca La Paz (s.o.). Er war Patron der Kapelle San Amaro und in der Kirche Nuestra
Señora stiftete er die Kapelle San Patricio (Heiliger der Iren), in der
sich auch das Familiengrab befindet.
Die
Tochter von Bernando Valois heiratete Juan Cologan Blanco, ebenfalls ein Ire,
der als John McCologan White nach Teneriffa kam. Eine Nachfahrin war Laura
de Cologan Franchi, 4. Marquesa de la Candia. Marques de la Candia war ein
spanischer Adelstitel, der 1806 durch Heirat an die Familie Cologan ging.
Der Plaza del Charco, ist der Platz vor dem Hafen. Zu Beginn
des Aufbaus der Stadt wurde der Platz regelmäßig überschwemmt, darum heißt er
heute noch so, die Pfütze.
Ab dem Hafen schützt eine Mauer, die Mole,
den alten Ortsteil Ranilla vor den Fluten des Atlantiks. Sie reicht bis
zu den Badebuchten der Playa Jardin. Zwischen den Häusern des alten
Fischer-Stadtteils Ranilla und der Mole hat die Stadt einen Parkplatz angelegt,
der trotz seiner Größe fast immer gut belegt ist. Wer von außerhalb kommt, muss
hier parken. In der Altstadt sind die wenigen Parkplätze immer besetzt. Der
Wunsch der Stadt, hier einen großen maritimen Bereich mit einem
Kreuzfahrtschiff-Anleger zu bauen, wird wohl die nächste Zeit nur ein Wunsch
bleiben.
Gegen Ende der Mole, in Höhe des
Fußballstadions und des Schwimmanlage (nach langer Sanierungs-Zeit ist jetzt
wieder Wasser in dem großen Sportbecken), haben Sturmfluten eine Lücke in
die Schutzmauer gerissen. Die Abtragungen dahinter werden immer größer. Es
ist eine Frage der Zeit bis der jetzt nur noch schmale Damm auch geflutet wird.
Vorsichtshalber ist der tiefer gelegene Fußballplatz mit einer Schutzmauer
versehen worden.
Die Lücke in der Schuztmauer
Vor der Playa Jardin befindet sich das Castillo
San Felipe, ein Teil der Küstenbefestigung des 17. und 18. Jahrhunderts zur
Abwehr von Piraten und Freibeutern, auch von englischen Kaperschiffen. Teneriffa
war eine Zwischenstation an der Handelsroute von Amerika nach Europa. Das Fort
wurde 1655 fertiggestellt, um den Anlandeplatz (die Schiffe lagen auf Reede,
kleinere Boote transportierten die Waren zum Ufer und umgekehrt) vor der
Schlucht San Felipe zu schützen. 35 Soldaten waren in dem zweistöckigen Bau stationiert.
Viel Platz hatten sie wohl nicht, denn sehr groß ist das Gebäude nicht. Umgeben
war das Fort von einem Wassergraben, über den eine Zugbrücke führte. Zum Fort
gehörte ein etwas entfernter angelegtes Pulverlager, El Polvorin, das durch
einen unterirdischen Gang mit dem Fort verbunden war. 1878
wurde die Festung aufgegeben. Jetzt wird das Castillo von der Stadtverwaltung
kulturell genutzt.
Castillo San Felipe
Das Castillo war eine von vier
Befestigungsanlagen, die die damaligen Anlandeplätze schützen sollten. Am
Puerto Nuevo (der heutige Hafen) wurde die Bateria Santa Barbara unweit
des Zollhauses errichtet (heute am Europaplatz). Die Anlandestelle San Telmo
wurde durch die Bateria San Telmo geschützt. Die Anlage gibt es nicht
mehr. Nur die Kapelle San Telmo, die im Bereich der Festung errichtet wurde,
existiert noch. Am Martiánez-Strand befand sich die Bateria San Carlos. Sie
wurde im Jahr 1826 durch eine Flutkatastrophe weggespült und nicht wieder
aufgebaut.
In der Flutkatastrophe von 1826 ergossen sich große Wassermassen durch die
Barancos Martiánez und San Felipe in das Meer. Über 200 Menschen kamen dabei
um. Über 300 Häuser wurden zerstört. Das erinnert an eine Flutwelle durch
starke Regenfälle im Jahr 2009 (wir waren auf der Insel), als im Baranco San
Felipe geparkte Autos in das Meer gespült wurden.
Die Playa Jardin besteht aus mehreren
Buchten, die von Cesar Manrique gestaltet wurden. Hinter den
Badebuchten kommen die Häuser des Stadtteils Punta Brava.
Die Häuser von
Punta Brava (Wilde Spitze) liegen auf einer kleinen Halbinsel,
wohl durch einen Lavafluss entstanden. Gegenüber hat in den 1970er
Jahren Wolfgang Kiesling aus Köln auf Bananenfeldern einen Papageienpark
angelegt, den Loro Park, der jährlich 3 Millionen Besucher (2023)
anzieht. In den 1950er Jahren wurden die ersten Straßen und Häuser von Punta
Brava gebaut, kleine eingeschossige Häuser für die Arbeiter der
Bananenplantagen (An anderer Stelle im Internet wird Punta Brava als altes
Fischerdorf beschrieben. Wo allerdings ein Anlegeplatz für die Fischerboote
gewesen sein soll, bleibt offen.). Das Bild hat sich inzwischen verändert. Die
Häuser wurden für die nachwachsenden Familien aufgestockt.
Jünger als Punta Brava ist die
Iglesia de Santa Rita von 1981
zwischen der Calle Bencomo und der Av. Loro Parque
(Bencomo war der Guanchen-Mecey des Taoro-Königreichs)
Wir gehen an den Buchten entlang bis
Punta Brava. Vorbei an dem Fischrestaurant Rincon del Mar, das heute
geschlossen hat. Zurück gehen wir oberhalb der Playa. Hier sind die
Restaurants Andana Beach Club und Quiosco Playa Jardin.
Werbung für den Loro-Park,
in dem nicht nur 4.000 Papagaien leben,
sondern auch Gorillas.
Im Quiosco machen wir immer, wenn wir diese
Küstentour gehen, eine Pause. Danach geht es weiter bis zum Castillo, dann an
den Eingangsseiten der Schwimm- und Fußballstadien entlang und am Peñon del
Fraile, Felsen des Mönchs, vorbei.
Das neue Schwimmstadion
Penon de Fraile
Der Peñon ist ein Vulkanfelsen, der durch den Ausbruch des
Taoro-Vulkans im Jahre 1430 entstanden ist. Auf dem Taoro ist heute das gerade
wiedereröffnete Hotel und der Taoro Park (siehe "Taoro-Wanderung", Link zum Bericht). Auf dem Peñon soll im 17.
Jahrhundert ein Mönch regelmäßig auf den Felsen gestiegen sein, um hier zu
meditieren. 1855 wurde auf dem Felsen ein Kreuz unter einer Kuppel errichtet,
jetzt ein schöner Aussichtspunkt.
Callle Mequinez
Unsere letzte Stecke ist die Calle Mequinez,
bis zum Taxi-Stand am Charco.