Spaziergang Zur Taoro-Baustelle

6. Dezember 2024

I

mmer wenn wir hinunter in die Stadt gehen, schauen wir auf das Taoro-Hotel bzw. die Hotelbaustelle.

Seit 1979 gibt es das Taoro-Hotel nicht mehr. Für Betrieb sorgte seitdem ein Spielkasino. 2006 zog der Spielbetrieb aus dem Gebäude aus. Lange bemühten sich Puerto de la Cruz und die Inselregierung um eine Wiedernutzung des Hotelgebäudes.

Als Orotova Grand Hotel (auch: The Grand Hotel Taoro, The English Grand Hotel) wurde es 1890 eröffnet. Es war das erste Luxus-Hotel auf Teneriffa. Zunächst beherbergte es englische Kurgäste, die wegen des milden Klimas hierherkamen. 1888 wurde mit dem Hotelbau begonnen. Drei Jahre später wurden die beiden charakteristischen Flügel des U-förmigen Gebäudes hinzugefügt. Der Taoro-Berg wurde damals „Monte de las Miserias“ (Berg des Elends) genannt. Es war Malpais, schlechtes Land, vulkanischen Ursprungs, auf dem nichts wuchs. Von 1905 bis 1911 war das Hotel an einen deutschen Betreiber (eine „Kurhaus Betriebs Gesellschaft“) verpachtet . Nach einem Brand wurde das Hotel in den 1930er Jahren wieder aufgebaut, doch die Geschäfte liefen schlecht. 1945 übernahm es die Inselregierung.

Im Jahr 2019 hatten die Bemühungen, einen neuen Investor und Betreiber für ein Hotel zu finden, Erfolg. Die Hotelgruppe Tropical Tourística Canaria übernahm das Gebäude von der Inselregierung und pachtete es bis zum Jahr 2079. Ein 5-Sterne-Hotel mit 211 Zimmern und Suiten soll entstehen.Betrieben werden die Hotels der Tropical Tourístíca Gruppe von My Way Hotels. Die 2017 auf Teneriffa gegründete Hotelgruppe führt auch das Abama-Resort (Hotel Ritz-Carlton-Abama mit „Las Terrazas de Abama Suites“ und „Los Jardines de Abama Suites) in Guia de Isora, zu dem der 18-Loch-Golfplatz gehört. 

Jetzt wollten wir uns den Baufortschritt aus der Nähe ansehen2020 wurde mit den Sanierungsarbeiten begonnen, die Fertigstellung wurde für 2022 geplant. Daraus wurde wegen Corona bedingten Unterbrechungen nichts. Als nächster Eröffnungstermin war Ende dieses Jahres (2024) vorgesehen. Der Termin wird nicht gehalten. Jetzt ist der April 2025 geplant, was m.E. nicht möglich sein wird. Die Fassaden befinden sich noch immer im Rohbau und im Inneren des Gebäudes wird es nicht anders sein.

Die Hotelbaustelle im Dezember 2024


Von La Paz über den Taoro bis zum Charco
6,5 Kilometer

Von La Paz sind wir hinunter in die Stadt bis zu dem hässlichen Hochhaus Bel Air gegangen. Es ist mit 26 Stockwerken und 75 Metern Höhe das höchste Haus in Puerto de la Cruz. 1960 wurde es als Hotel gebaut und zwanzig Jahre später in eine Apartment-Anlage umgewandelt.

Der Taoro-Berg ist gegenüber dem Hochhaus. Über die Serpentinenstraße oder die steilere Treppenanlage kommt man hinauf auf den Berg und die Parkanlage. Der Weg wird von Springbrunnen, Wasserläufen und einem Wasserfall begleitet. Sehr schön angelegt, aber meistens ohne Wasser. Der erste Teil des Taoro-Parks ist der Aussichtsplatz La Atalaya (Ausguck) mit einem Blick über Puerto de la Cruz zur Küste. Neben Brunnenanlagen befindet sich hier auch die Escultura a Dulce María Loynaz, das Denkmal für die kubanische Dichterin (siehe dazu den Beitrag  ).

Brunnen auf dem La Atalaya

Blick vom La Atalaya

Über La Atalaya thront das Taoro-Hotel, noch mit Baugerüsten und Kränen versehen. Gegenüber der Ostseite des Hotels konnte man früher eine erste Kaffee-Pause einlegen. Zwei belgische Schwestern (oder Freundinnen?) lebten in der geerbten Villa mit großem Park, Risco Bello. 1969 und 1974 hatte René de Radigués zwei Grundstücke gekauft und seine Frau legte dort einen Terrassen-Wassergarten mit mehr als 500 Pflanzen an (unterhalb der Gartenterrasse der Villa). Vor oder nach dem Kaffee konnte man den Garten gegen ein kleines Entgelt besuchen. Nach dem Tod der Schwestern wurde alles verkauft und ist jetzt privat.

Der Taoro-Park

Ein Papagei nascht an einer Calliandra-Blüte.

Die freilebenden grünen Sittiche sind auf der Insel gar nicht so beliebt. Sie gelten als invasiv und Bedrohung für die heimische Vogelwelt. Es ist die gleiche Art Papageien, die man auch in Düsseldorf und Köln erleben kann.

Calliandra gehören zu den Mimosengewächsen. Heimisch ist die Pflanze in Süd- und Mittelamerika und den Westindischen Inseln.

Calliandra-Blüte

Eine Alternative ist jetzt das Restaurant am Aussichtsplatz La Atalaya.

Der Taoro-Park ist über 100.000 Quadratmeter groß. Er wurde mit dem Hotelbau auf dem Montaña Malpais (schlechtes Land) angelegt. Zwei Malpaís-Felder mit Lava-Geröll wurden zur Erinnerung an das ursprüngliche Aussehen des Berges erhalten. Ausgewiesen ist auch der ehemalige Pferdesportplatz, der Camino de la Sortija (Ring). Hier wurden von den Angehörigen der britischen Kolonie Pferdewettkämpfe veranstaltet, bei denen Reiter im Galopp einen kleinen Ring aufspießen müssen.

Auf der Westseite des Parkes wurde 1959 das Hotel Tigaiga von Enrique Talg Schulz (1894-1962) und seine Frau Ida Wyss errichtet. Zuvor hatten sie einige Jahre das Taoro-Hotel und das Hotel Martianéz geleitet (Das Martianéz steht seit einigen Jahren leer, gegenüber dem kleinen Park am Ende der Treppe von La Paz hinunter in die Stadt. Jetzt soll es die Silken-Gruppe gekauft haben, die das ehemalige Hotel San Telmo an der Promenade mit einer auffälligen Fassade umgebaut hat). Ihr Sohn Enrique Talg Wyss übernahm das Hotel Tigaiga, das jetzt in der dritten Generation geführt wird.

Teil der Gartenanlage des Hotels Tigaiga

Jardin Carolina
Ein neuer Garten, gleich neben dem Tigaiga-Hotel, fast, als ob er zum Hotel-Garten gehört. Angelegt wurde er aber vom Cabildo Insular de Tenerife, der Inselregierung Teneriffas.


All Saints Church

Am Rande des Parks steht seit 1891 die anglikanischAll Saints Church (Kirche Allerheiligen). Die Taoro-Hotelgesellschaft überließ der Kirchengemeinde das Grundstück für den Kirchenbau. Die touristische Infrastruktur sollte für die englische Oberschicht attraktiver werden.

An der Mauer des Kirchengartens wurde 
ein Urnen-Friedhof angelegt.

Abgerundet haben wir unseren Spaziergang mit einem Besuch in der Bar von Alberto (Via de Malpaís), bevor wir hinunter zum Plaza del Charco gegangen sind.

Blick zur Küste von Albertos Bar

Denkmal für Francisco Bonnin 
Meister der Aquarelle
(1894 - 1963)
am Südost-Rand des Charco.
Er gründete den Kanarischen Aquarellverband.




 Um den Barranco Achacay bei Araya

Februar 2022

Am Sonntag waren Angelika und ich in den Bergen der Ostküste. Genauer gesagt in den Bergen um den Barranco Achacay oberhalb von Araya oberhalb von Guimar.


Rundwanderung ab dem Cruz del Camino in Araya


Anfahrt über die Autobahn bis nach Araya (westlich von Candelaria). Start am Cruz del Camino, am obersten Ende von Araya. 

Es ging fast immer nur bergauf, 590 Höhenmeter hat die Komoot-Aufzeichnung gemessen, bis zum Scheitelpunkt der Wanderung und dann die gleichen Höhenmeter  bergab. Dafür gibt es immer wieder schöne Blicke zurück auf die Küste.

Der Weg.
Oft war der Weg neben alten Wasserleitugnen und -kanälen.



Blick zurück.
An der Küste ist die Malpais de Guimar 
neben dem Montana Grande zu erkennen. 


Blick zurück in den Barranco

Ein alter Backofen in großer Höhe.
Daneben waren noch bewirtschaftete Felder.

Der Weg auf einem Lava-Kamm.

Wir kommen an dem Erholungsgebiet „Los Brezos“ vorbei, das auch über eine Fahrstraße erreichbar ist. Es war Sonntag und auf dem Parkplatz standen bestimmt 20 PKWs und entsprechend belebt waren die Grillplätze. Am „Risco de la Vera“ (Klippe am Rand) blicken wir in den mächtigen Talkessel des Barranco Achacay. Wie an vielen anderen Stellen fallen die Felsen fast senkrecht zum Barrancotal hinab. 

Ermita de San Isidor neben dem Erholtungsgebiet

Noch oberhalb von "Los Brezos" wurdne Terrassenfelder angelegt.

Der Weg ist nah an der
Abbruchkante des "Risco de la Vera".

Ein Weinberg ganz weit oben.

Der Weg hinunter in eines der Barranco-Täler.

Die Barranco-Talsohle - Jetzt geht es wieder bergauf.

Eine interessante Felsformation.

Der Glockenturm der Basilika in Candelaria ist zu erkennen.

Blick in den Barranco von der anderen Seite.
Wir sind auf dem Rückweg.

Affodill gibt es auch hier.

Am Barranco nur an einer Stelle: Goldmohn
(auch: Kalifornischer Mohn),
der sonst nur im Gebiet von Villaflor und Arafo blüht.


Ein Cinearia am Fels.

Danach queren wir zwei Barrancotäler (die in den Haupt-Barranco Achacay münden) und erreichen den höchsten Punkt (1.100 Höhenmeter). Auf der anderen Seite des Barranco Achacay gehen wir wieder hinunter, queren und begleiten andere Barrancotäler und kommen nach Durchschreiten des Barranquillo Chicoro wieder am Cruz del Camino an. 

Die Küste liegt jetzt wieder vor uns.

Der Montana Grande.
Man erkennt von hier oben die Kratermulde.

Zum Abschluss: Nisperos zum Naschen.

Zu Beginn der Wanderung hatten wir den Hinweis auf die Guachinche „Los rincones“ gesehen. Dorthin wollten wir zum Abschluss der Wanderung. Aber, wir waren zu spät dran. Der Guachinchen-Wirt war gerade dabei die Türen zu schließen. Also fuhren wir ohne richtigen Abschluss der Wanderung nach Hause. Hier gab es wenigstens ein kühles „Dorada“.

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