Wanderung Taoro und Las Arenas

21. Februar 2026

Drei Aschekegel erloschener Vulkane sind im Orotavatal zu sehen, in unmittelbarer Nähe von Puerto de la Cruz. Es sind der Montaña Taoro, der Montaña las Arenas und der Montaña de los Frailes.

Der Montaña las Arenas (Sandbeg) wird auch als Montaña la Horca oder del Ahorcado – Galgenberg bzw. Berg der Gehängten – bezeichnet. Auf dem Berg soll Bencomo, Mencey (König) des Taoro-Reiches, den Wahrsager Guañameñe de Agoymad hingerichtet haben, weil er ihm den Untergang des Reiches vorhergesagte. Die Wahrsagung trat ein, die Spanier überfielen die Insel. 1495 starb Bencomo in der Schlacht bei Aguere (das ist der Guanchen-Name der Lagune, die vor der Austrocknung neben der heutigen Altstadt San Christóbal de la Laguna bestand).

Auf dem Montaña Taoro sind heute das Taoro-Hotel und eine Parkanlage, auf dem Montaña las Arenas steht das Hotel Las Aguilas und neben dem Montaña de los Frailes (der Mönche) ist das Restaurant Monasterio (Kloster). Über zwei dieser erloschenen Vulkankegel führt unsere heutige Wanderung.

Wanderung zwei Vulkane 
11 Kilometer, 310 Höhenmeter
(Die von Komoot gemessene Streckenlänger 11 Kilometer
ist länger als die Streckenlänge des Höhendiagrams.
Das liegt soll an der Art und Weise der Verarbeitung der GPS-Daten liegen. Die Streckenlänge der Karte soll der tatsächlichen Strecke entsprechen, die des Höhendeagrams werde geglättet.)

Die drei Vulkane im Orotava-Tal sind um das Jahr 1430 (nach Guanchen-Überlieferung - Teneriffa wurde ab 1494 erobert) ausgebrochen. Dabei wurden Teile des heutigen Puerto de la Cruz von den Lavamassen überdeckt. Die Landzunge, auf der sich heute die Ortschaft Punta Brava befindet, ist so entstanden.

Das Orotava-Tal ist vor etwa 600.000 Jahren entstanden. Eigentlich ist es kein Tal. Die zum Meer abfallende Fläche ist durch einen großen Hangrutsch des Kraterrandes eines frühen Vulkanes entstanden. Geblieben sind die östliche und die westliche Abbruchkante, die Ladera de Santa Ursula und die Ladera Tigaiga. Später ist innerhalb des Kraters der Teide-Vulkan ausgebrochen. Der letzte Vulkanausbruch des Teide-Komplexes war 1909 der des Vulkans Chinyero. Der Lava-Strom ergoss sich Richtung Santiago del Teide, erreichte den Ort aber nicht. 200 Jahre zuvor, 17o6, zerstörte der Ausbruch des Vulkans Garachico (auch: Volcano Negro) die Ortschaft und den Hafen von Garachico.

Wir gehen die Hauptstraße hinunter in die Stadt, vorbei am Canary-Center. Am Apartmenthaus Bel Air (ein hässliches Haus aus den 1960er Jahren) beginnt der Weg auf den Taoro-Berg

Terraza Taoro unterhalb des Hotels

Für das 1892 eröffnete Luxushotel British Grand Hotel Taoro wurde die Spitze des Aschekegels abgetragen. Es war damals das größte spanische Hotel, finanziert von Engländern, zumeist mit englischen Kurgästen belegt. 1975 wurde es geschlossen. Jetzt hat die Hotelgruppe Tropical Touristica Canaria (der auch das Alabama Hotel Resort im Süden gehört) das Haus als 5-Sterne-Hotel wiedereröffnet.

Das Hotel haben wir uns kürzlich angesehen (siehe „Taoro-Wanderung“ – Link zum Bericht). Außer dem Gran Hotel Taoro sind noch das Hotel Tigaiga der Familie Enrique Talg und das TUI-Hotel Atlantic Hills erwähnenswert.

Wir gehen durch den Taoro-Park und verlassen ihn an der Calle de Suiza. 

Schöne Bouganville-Hecke am Park

Blick durch den Park.
Im Hintergrund das Hotel Las Aguilas.

Hier steht seit Jahren das entkernte Gebäude des ehemaligen Hotels Chiripa Garden und wartet auf den weiteren Ausbau. Die Carretera de las Tapias wirkt wie ein Hohlweg. Auf beiden Straßenseiten schirmen hohe Steinmauern die anliegenden Grundstücke von dem schmalen Weg ab (der hier wegen seiner Enge eigentlich für Fußgänger verboten ist). 

Eine Villa hinter der hohen Mauer des Holweges.

Gegenüber dem Hospjtal Bellevue:
Verlassene Gebäude neben der Apartmentanlage
und Blick auf den Teide.

Am Ende des Weges erreichen wir das Hospital Bellevue. Gegenüber ist die Apartmentanlage Risco de Oro, an der wir vorbeigehen und über einen alten und nicht mehr gepflegten Treppenweg hinauf in die angrenzende Bungalow-Siedlung Santísimo-Las Aguilas gehen. Den Weg muss man kennen, sonst findet man ihn kaum. Warum die Siedlung „Allerheiligste Adler“ heißt, ist nicht zu ergründen.

Blick hinauf zum Hotel.
Unten am Berg ist die Anlage eines Trinkwasser-Anlage.

Der Weg hinakuf zur Bergspitze wird nicht mehr viel gegangen.

Kanaren-Lavendel am Weg

Die Straße durch die Siedlung endet am Fuß des Las Arenas. Ab hier führt ein schmaler Serpentinen-Weg hinauf zum Hotel Las Aguilas. Früher war das wohl eine Zufahrt zum Hotel, der Weg wird wie die Straße durch die Siedlung als Calle Dr. Barajas bezeichnet. Inzwischen ist der geteerte Weg abgesperrt und fast zugewachsen.

Oben auf dem Sandberg – Las Arenas – wurde 1970 das Hotel Altavista errichtet. In den 1980er Jahren übernahm die Rumasa-Hotelgruppe (der auch die Hotels Canarife, Bonanza und Interpalace gehörten) das Gebäude und benannte das Hotel in Las Aguilas (die Adler) um. In dieser Zeit traten statische Probleme auf. Die Reparaturkosten überforderten die Hotelgruppe, sodass die spanische Regierung das Hotel wegen nicht gezahlter Löhne und Handwerkerrechnungen enteignete. Bis 1995 stand das Hotel leer. Wegen der anhaltenden statischen Probleme mussten zwei Etagen abgetragen werden.

Danach wurde das Hotel ein Timesharing-Objekt (es konnten begrenzte Nutzungszeiten für Urlaubswochen gegen Einmalzahlungen gekauft werden). In der Fußgängerzone von Puerto wurde dafür geworben und man wurde mit dem Taxi hinauf zu Hotelbesichtigungen gefahren. Wir haben das einmal mitgemacht. Als Begrüßung gab es gleich eine Flasche Gin. Allerdings hatte die Gruppenführung durch die Hotelanlage schon begonnen und wir sollten auf die nächste Führung warten (und schon einmal den Gin probieren?). Das wollten wir nicht, verzichteten auf die Führung (kaufen wollten wir sowieso nicht, nur einmal sehen, was so abläuft) und gingen zu Fuß den Berg hinunter zu unserer Wohnung. Die Flasch Gin haben wir an der Rezeption gelassen, die wollten wir nicht mit uns herumschleppen.  Anders als wir haben sich wohl ziemlich viele Touristen locken lassen und Timesharing-Anteile gekauft, aber nie nutzen können. Die Firma ging in Konkurs und mit den Urlaubswochen im Hotel wurde nichts.

2015 wurde das Hotel wiedereröffnet. Jetzt gehört es zur spanischen Meliá-Hotelgruppe, wie das Hotel Hacienda del Conde am Golfplatz von Buenavista.

Am Pool-Restaurant neben dem Hotel machen wir eine kleine Pause. Von hier oben – und schon vom Weg aus – hat man einen weiten Blick in das Orotava-Tal und über die Küste. 

Blick zum Taoro-Hotel

Blick auf das Hotel Botanico (links) 
und unsere Apartmentanlage (rechts die weißen Häuser)

Blick auf die Küste von Santa Ursula.

Blick auf Durazno und über das Orotava-Tal.
Im Vordergrund eine Gemüse-Finca die vor einigen Jahren
auf aufgegebenen Bananen-Feldern angelegt wurde.

Die Schwimmbad- und Gartenanlage des Hotels
mit Blick über das Orotavatal und die Küste

Noch ein kleiner Spaziergang durch den Garten- und Schwimmbad-Bereich und dann treten wir den Rückweg an. Der ist etwas langweilig, aber nicht vermeidbar, wenn man nicht den gleichen Weg zurückgehen will. Wir gehen den Ascheberg hinunter und dann parallel zur Autobahn an den Supermärkten HiperDino und Lidl vorbei bis San Nicolás (hier war einmal das Restaurant Tito´s Bodegita). 

Die Aschespitze des Berges am Hotel

Unten am Berg steht eine sehr schöne und geflegte Villa,
die vor dem Bau der Autobahn auch ein gute Lage hatte.

Blick zurück auf den Berg und das Hotel.
Der Abbruch eines Teils des Ascheberges hat vielleicht die Standfestigkeit
des Hotels beeinträchtigt. 
Am Fuß des Berges ist die Brückenkonstrucktion der ehemaligen Wasserleitung zu sehen, über die das im Berg aufgefangene Wasser abgeleitet wurde.

Wir gehen die Straße parallel zum Barranco Martiánez hinunter zu unserer Wohnanlage. Man kann auch ein Stück durch den Barranco gehen. Hier wurde vor Jahren ein Fußweg angelegt, der aber schon lange nicht mehr gepflegt wird und etwas verkommen ist. 

Ein einsamer Hahn am Rande des Barrancos. 
In früheren Jahen waren hier immer eine große Zahl an Hühnern und Hähnen anzutreffen. Diesmal waren es nur ein Hahn und ein Huhn. Ob hier jemand Jagd auf die Hühner gemacht hat?

Am Rand des Barrancos ist ein Ziegen-Unterstand, in dem die Ziegenherde untergebracht ist, der ich neulich auf dem Weg zum Marcadona begegnet bin und fast die Geburt eines Zickleins erlebt hätte.

Blick von El Durazno auf den Hotel-Berg