Buenavista Küstenweg

30. Januar 2026 

Einer der schönsten Golfplätze auf Teneriffa ist der Golfplatz in Buenavista del Norte. 2003 wurde die 18-Loch-Anlage eröffnet. Der Golfplatz war aber nicht das Ziel unserer Wanderung (mit Marianne und Bert, Ruth und Jürgen, Maria und Uschi). Mit dem Golfplatz wurde auch der Küstenweg Sendero de las Salinas angelegt. Den sind wir schon ein paar Mal gegangen. Und der war auch heute unser Weg. 

Wanderung um den Golfplatz - 6 Kilometer

Wir starten am Friedhof von Buenavista. Es ist ein typisch spanischer Friedhof mit Nischen-Mauern, in denen die Toten in Särgen oder Urnen beigesetzt werden. Seit 1946 wird hier beerdigt. Der Friedhof liegt im Norden von Buenavista und ist von den Bananen-Plantagen an der Küste umgeben. Durch die Bananen-Felder gehen wir auf dem „Zugang zum Strand der Fährmänner“ (Acceso Playa de Los Barqueros) hinunter zur Küste. 

Blick hinüber zum Golfplatz

Der Affodil blüht auch hier

Feigenbäume haben schon erste Früchte

Hier mündet der Barranco de Triana in das Meer. Es ist der Barranco, den wir zum Ende unseres Rundgangs kurz vor dem Stadtzentrum an dem alten Waschplatz von Buenavista durchqueren. Der Name des Barranco ist von dem Ortsteil-Namen Triana in Buenavista abgeleitet. Wahrscheinlich waren es Siedler aus Sevilla in Andalusien aus dem dortigen Ortsteil Triana, die ihrem neuen Zuhause diesen Namen gaben. Ein anderer Name des Barrancos ist „de los Camellos“, der Kamele. Vielleicht wurden auf den Felder am Barranco Kamele eingesetzt? Erklärlicher ist der Name „Barranco del Valle de El Palmar“. Der Barranco prägt das El Palmar Tal und hat seinen Ursprung im oberen El Palmar Tal. 

Die Playa de Los Barqueros war die Anlegestelle für die Fischer aus Buenavista. Es ist eine von hohen Felsen umgebene Bucht. Wenn man in die Bucht hinuntersteigt, sieht man noch eine verrostete Winde, die die Boote an Land zog, auch die Reste von hölzernen Fischerbooten. Gut zu erkennen ist eine Rosa de Piedra. Solche Steinformationen entstehen, wenn ein Lavastrom aus einer Röhre austritt. Bei der Erkaltung entstehen Brüche, die durch die zylindrische Form des Lavaaustritts wie eine Rosette geformt werden. Die bekannteste Lava-Rosette ist an der Straße von Aguamansa zum Teide zu sehen. 

Die alte Anlegestelle am Fuße der Felsen

Lava-Rosette am Felsen der Bucht

Felsen über der Bucht

Über der Bucht Los Barqueos steht die Ermita de Nuestra Señora del Carmen. Die Kapelle wurde von den Fischern aus Buenavista gebaut. Die Virgen del Carmen ist in Spanien die Schutzpatronin der Meere. 

Die Ermita mit alten Palmen

An der Bucht beginnt der Wanderweg Sendero de las Salinas. Der Name des Weges weist auf das hin, was hier früher gewonnen wurde, das „weiße Gold“. Die Küste wurde von den Lavaströmen der Vulkanausbrüche im Teno-Massiv geprägt. In vielen flachen Mulden sammelt sich bei Flut das Salzwasser und bleibt zurück, wenn das Wasser bei Ebbe abfließt. In der Sonne verdunstet es und Salzkristalle bleiben zurück. Die Menschen sammelten das Salz, es wurde in der Küche oder zum Einsalzten von Fisch verwandt. Bestimmte Salzbecken sollen sogar vererbt worden sein. Bis in die 1970er Jahre wurde das „weiße Gold“ geerntet. Heute weist der Name des Wanderweges und eine Informationstafel auf die frühere Nutzung des Küstenstreifens hin. 

Felslandschaft mit Schwimmbecken gegenüber dem Golfplatz

Der Wanderweg veräuft zwischen den steilen Klippen zum Meer und dem Golfplatz. Gestaltet wurde der Golfplatz von dem spanischen Golf-Weltmeister Severiano Ballesteros, der mehrere Golfanlagen in Spanien und Portugal entworfen hat. Die Golfspieler müssen 6 Kilometer zurücklegen, wenn sie alle 18 Löcher des Platzes bespielen (für die Spielerinnen beträgt die Strecke nur gut 5 Kilometer, warum eigentlich?).  Das ist etwa so viel wie unser gesamter Wanderweg. Ein Unterschied besteht allerdings, manche Golfspieler gehen nicht, sondern fahren mit einem Elektrocaddy von Abschlag zu Abschlag.

Felsen und Fluten

Auf dem Holzsteg geht man bequemer
 als auf dem naturbelassenen Weg

Balsamwolfsmilch am Wegrand

An der nord-westlichen Spitze von Buenavista, Punta Negra, hat die Gemeinde ein Meerwasser-Schwimmhalle gebaut, beheizte Schwimmbecken, mit Fitnessgeräten und Sauna, sehr schön der Landschaft angepasst. Aber warum an dieser, vom Ort weit entfernten Stelle? Gleich dahinter ist das Restaurant El Burgado, die Terrasse mit Blick auf die Wellen des Meeres. 

Das Schwimmbad

Das Dach des El Burgado
Im Hintergrund die Punta del Fraile

Der Name El Burgado des Restaurants erinnert an die Schneckenart, die hier an der Küste vorkommt. Burgados sind eine kegelförmige Meeresschneckenart, die schon von den Guanchen gegessen wurden. Archäologen haben eine Reihe von Muschelhaufen aus der Guanchenzeit entdeckt. 

Muschelberg
Eine archäologische Fundstelle am Golfplatz-Weg

Hier endet der Sendero de las Salinas. Es folgt die Playa de las Arenas (des Sandes) und die Playa de las Mujeres (der Frauen). Man kann an der Küste weiterwandern, bis zur Playa Punta Fraile unterhalb der Felsenklippe mit dem Mirador Punta del Fraile, der Spitze des Mönchs. Hier hat kein Mönch meditier, wie auf dem Peñon in Puerto de la Cruz. Das Aussehen der Klippe soll an einen Mönch erinnern. Am Punta de Fraile führt die Straße von Buenavista zum Leuchtturm Punta del Teno durch einen Tunnel. Von der Küste aus ist er gut zu erkennen.

Hinter der Playa Punta Fraile endet der Wanderweg an der Felswand des Punta Fraile und man muss ihn wieder zurückgehen. Wir haben die Strecke heute ausgespart und sind vom El Burgado die Calle Vista la Monja entlang der nördlichen Grenze des Golfclubs gegangen. Im Restaurant des Golfclubs haben wir unsere „Halbzeit-Pause“ gemacht (sonst oft auch im El Burgado). Danach weiter bis zur Hacienda del Conde.

Ein langes "Bank-Band" aus Keramik-Scherben
säumt den nördlichen Weg am Golfplatz

Blick auf den Golfplatz vom Club-Restaurant

Teil des Hotels Hacienda del Conde

Im Jahr 1995, zwei Jahre nach dem Tod des kinderlos gestorbenen letzten Grafen von Siete Fuente, Ildefonso Salazar-de-Frías del Hoyo-Solórzano, 1o. Conde de Siete Fuentes, kaufte die Inselregierung das Land in Buenavista von seinen Erben. 201o wurde der Golfplatz angelegt und das Hotel Hacienda del Conde gebaut, das von der Meliá-Hotelgruppe betrieben wird. 

Seit 2015 gehören der Golfplatz und das Hotel der CIO-Gruppe der Familie Zamorano, die mit Tabakfabriken groß geworden war. Jetzt gehören der Gruppe u.a. die Wasserquellen in Villaflor mit der Wassermarke Fuentealta und mehrere touristische Objekte wie das Hotel Bahia del Duque. 

Gleich hinter dem Hotel kommen wir an dem Gründungsort Buenavistas vorbei, der Hacienda de la Fuente (erbaut 1502 bis 1506) mit der Ermita de La Visitación (der Heimsuchung) von 1541 (die Holz-Kassettendecke im Mudejar-Stil soll noch original erhalten sein). In der Kapelle sind der letzte Conde und seine Eltern begraben.

Kapelle der Heimsuchung

Die Hacienda geht auf Juan Méndez den Älteren, gestorben 1536, zurück.  Er stammte aus dem spanischen Huelva, war an der Eroberung von La Palma und Teneriffa beteiligt und gründete die Stadt Buenavista. Er erhielt die besten Ländereien mit guten Wasserquellen, die Hacienda de la Fuente. Wegen der dort wachsenden Palmen wurde sie auch als „Hacienda de la Fuente de Las Palmas“ bezeichnet. In der Zeit wurde Zuckerrohr und Wein angebaut, im El Palmar-Tal Getreide, das in einer Wassermühle der Hacienda gemahlen wurde. Damals floss noch Wasser durch den heute (wegen der Wasserstollen) trockenen Barranco. 

Im 17. Ja hrhundert erhielt die Familie den Titel eines Marquis. Irgendwann wurde daraus ein Grafen-Titel, Conde, und da die Anzahl der Quellen wohl sieben war, wurde es der Titel eines Grafen der sieben Quellen. Der letzte Graf von Siete Fuente war Ildefonso Salazar-de-Frías del Hoyo-Solórzano, 1o. Conde de Siete Fuentes.  

Vor dem alten Stadtkern durchqueren wir den Barranco de Triana. Das ist der, an dem wir unten am Meer den Spaziergang auf dem Sendero de las Salinas begonnen haben. Hier, vor der Stadt, ist noch der alte Waschplatz Lavaderos del Barranco del Triana erhalten (wie der Barranco auch jetzt ohne Wasser). Oberhalb des Barrancos liegt der Stadtteil Triana, in dem einst Siedler aus Andalusien wohnten. Der Hauptplatz von Buenavista ist der Plaza de los Remedios mit der Kirche Nuestra Señora de Remedios (Virgen de Remidos ist die Heilige Jungfrau Maria der Heilmittel). 1513 bis 1518 wurde die Kirche gebaut. Die heutige Kirche wurde bei einem Brand 1996 stark beschädigt und neu errichtet.

Der alte Waschplatz

Buenavista del Norte geht auf die Gründung der Hacienda de la Fuente im Jahre 1501 durch Juan Méndez el Viajo zurück. Der stammte aus dem spanischen Extremadura, war an der Eroberung des moslemischen Königreichs Granada beteiligt (1482 bis 1492, es war die letzte und entscheidende Eroberung der Reconquista, der Rückeroberung des arabischen Al Andalus auf der spanischen Halbinsel) und danach war er bei der Eroberung Teneriffas 1494 bis 1496 dabei.

So wie Juan Méndez waren viele Adlige und Soldaten erst Teilnehmer an den Reconquista-Kriegszügen gegen das arabische Spanien-Reich und danach bei der Eroberung der Kanarischen Inseln. Nach dem Sieg über das letzte arabische Territorium auf der spanischen Halbinsel, Granada, waren sie „beschäftigungslos“. Mit den Eroberungen der Kanarischen Inseln hatten sie eine Gelegenheit, ihren bisherigen Lebensinhalt fortzuführen.

Die Hacienda von Juan Méndez benötigte wie die Nachbar-Güter anderer Adliger Arbeiter für den Anbau des Zuckerrohrs. Aus deren Ansiedlungen entstand der Ort Buenavista, der 1513 beurkundet wurde. Die Mehrzahl der Siedler kam aus Portugal, neben andalusischen Siedlern. Das erste, 1512 begonnene Kirchenbuch der katholischen Gemeinde wurde in portugiesischer Sprache geschrieben.

Zur Stadt Buenavista del Norte gehören neben dem Hauptort Buenavista auch das El Palmar Tal und das Teno Gebirge und ihre Orte.

Pavillon Stadtplatz vor der Kirche
Die meist zweistöckigen Pavillons sind der kulturelle Mittelpunkt
der Städte. Hier trifft man sich und gelegentlich erklingt Musik.

Die Kirche von Buenavista

Vom Plaza de los Remidos gehen wir durch die Stadt hinunter zum Parkplatz am Cementario. 

Mandelbäumchen am Weg

Der Friedhof - Start und Ende der Wanderung

Die Rückfahrt erfolgt zunächst bis zum Restaurant El Munial, das zu Los Silos gehört. Die Straße von Los Silos bis zum Restaurant führt oberhalb der Küstenklippen entlang. Eine schmale Straße, aber mit sehr schönem Blick auf das Meer und die an die Küste heranrollenden Wellen. An der Straße fahren wir an der Ruine einer ehemaligen Zuckerfabrik vorbei. Ein englisches Handelshaus ließ die Fabrik für die Verarbeitung von Rohrzucker 1889/1890 bauen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Anbau von Zuckerrohr durch Bananenplantagen verdrängt. Die Rohrzuckerfabrik wurde stillgelegt.

Das Restaurant El Mundial 82 liegt direkt am Meer. Wenn man einen Fensterplatz erwischt, kann man nicht nur gut essen, sondern auch das Spiel der Wellen genießen. Frischer Fisch ist selbstverständlich, aber es gibt auch Fleisch-Gerichte und natürlich Salate. Das Restaurant ist ein schöner Abschluss unserer kleinen Wanderung.

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