Wanderung Taoro und Las Arenas

21. Februar 2026

Drei Aschekegel erloschener Vulkane sind im Orotavatal zu sehen, in unmittelbarer Nähe von Puerto de la Cruz. Es sind der Montaña Taoro, der Montaña las Arenas und der Montaña de los Frailes.

Der Montaña las Arenas (Sandbeg) wird auch als Montaña la Horca oder del Ahorcado – Galgenberg bzw. Berg der Gehängten – bezeichnet. Auf dem Berg soll Bencomo, Mencey (König) des Taoro-Reiches, den Wahrsager Guañameñe de Agoymad hingerichtet haben, weil er ihm den Untergang des Reiches vorhergesagte. Die Wahrsagung trat ein, die Spanier überfielen die Insel. 1495 starb Bencomo in der Schlacht bei Aguere (das ist der Guanchen-Name der Lagune, die vor der Austrocknung neben der heutigen Altstadt San Christóbal de la Laguna bestand).

Auf dem Montaña Taoro sind heute das Taoro-Hotel und eine Parkanlage, auf dem Montaña las Arenas steht das Hotel Las Aguilas und neben dem Montaña de los Frailes (der Mönche) ist das Restaurant Monasterio (Kloster). Über zwei dieser erloschenen Vulkankegel führt unsere heutige Wanderung.

Wanderung zwei Vulkane 
11 Kilometer, 310 Höhenmeter
(Die von Komoot gemessene Streckenlänger 11 Kilometer
ist länger als die Streckenlänge des Höhendiagrams.
Das liegt soll an der Art und Weise der Verarbeitung der GPS-Daten liegen. Die Streckenlänge der Karte soll der tatsächlichen Strecke entsprechen, die des Höhendeagrams werde geglättet.)

Die drei Vulkane im Orotava-Tal sind um das Jahr 1430 (nach Guanchen-Überlieferung - Teneriffa wurde ab 1494 erobert) ausgebrochen. Dabei wurden Teile des heutigen Puerto de la Cruz von den Lavamassen überdeckt. Die Landzunge, auf der sich heute die Ortschaft Punta Brava befindet, ist so entstanden.

Das Orotava-Tal ist vor etwa 600.000 Jahren entstanden. Eigentlich ist es kein Tal. Die zum Meer abfallende Fläche ist durch einen großen Hangrutsch des Kraterrandes eines frühen Vulkanes entstanden. Geblieben sind die östliche und die westliche Abbruchkante, die Ladera de Santa Ursula und die Ladera Tigaiga. Später ist innerhalb des Kraters der Teide-Vulkan ausgebrochen. Der letzte Vulkanausbruch des Teide-Komplexes war 1909 der des Vulkans Chinyero. Der Lava-Strom ergoss sich Richtung Santiago del Teide, erreichte den Ort aber nicht. 200 Jahre zuvor, 17o6, zerstörte der Ausbruch des Vulkans Garachico (auch: Volcano Negro) die Ortschaft und den Hafen von Garachico.

Wir gehen die Hauptstraße hinunter in die Stadt, vorbei am Canary-Center. Am Apartmenthaus Bel Air (ein hässliches Haus aus den 1960er Jahren) beginnt der Weg auf den Taoro-Berg

Terraza Taoro unterhalb des Hotels

Für das 1892 eröffnete Luxushotel British Grand Hotel Taoro wurde die Spitze des Aschekegels abgetragen. Es war damals das größte spanische Hotel, finanziert von Engländern, zumeist mit englischen Kurgästen belegt. 1975 wurde es geschlossen. Jetzt hat die Hotelgruppe Tropical Touristica Canaria (der auch das Alabama Hotel Resort im Süden gehört) das Haus als 5-Sterne-Hotel wiedereröffnet.

Das Hotel haben wir uns kürzlich angesehen (siehe „Taoro-Wanderung“ – Link zum Bericht). Außer dem Gran Hotel Taoro sind noch das Hotel Tigaiga der Familie Enrique Talg und das TUI-Hotel Atlantic Hills erwähnenswert.

Wir gehen durch den Taoro-Park und verlassen ihn an der Calle de Suiza. 

Schöne Bouganville-Hecke am Park

Blick durch den Park.
Im Hintergrund das Hotel Las Aguilas.

Hier steht seit Jahren das entkernte Gebäude des ehemaligen Hotels Chiripa Garden und wartet auf den weiteren Ausbau. Die Carretera de las Tapias wirkt wie ein Hohlweg. Auf beiden Straßenseiten schirmen hohe Steinmauern die anliegenden Grundstücke von dem schmalen Weg ab (der hier wegen seiner Enge eigentlich für Fußgänger verboten ist). 

Eine Villa hinter der hohen Mauer des Holweges.

Gegenüber dem Hospjtal Bellevue:
Verlassene Gebäude neben der Apartmentanlage
und Blick auf den Teide.

Am Ende des Weges erreichen wir das Hospital Bellevue. Gegenüber ist die Apartmentanlage Risco de Oro, an der wir vorbeigehen und über einen alten und nicht mehr gepflegten Treppenweg hinauf in die angrenzende Bungalow-Siedlung Santísimo-Las Aguilas gehen. Den Weg muss man kennen, sonst findet man ihn kaum. Warum die Siedlung „Allerheiligste Adler“ heißt, ist nicht zu ergründen.

Blick hinauf zum Hotel.
Unten am Berg ist die Anlage eines Trinkwasser-Anlage.

Der Weg hinakuf zur Bergspitze wird nicht mehr viel gegangen.

Kanaren-Lavendel am Weg

Die Straße durch die Siedlung endet am Fuß des Las Arenas. Ab hier führt ein schmaler Serpentinen-Weg hinauf zum Hotel Las Aguilas. Früher war das wohl eine Zufahrt zum Hotel, der Weg wird wie die Straße durch die Siedlung als Calle Dr. Barajas bezeichnet. Inzwischen ist der geteerte Weg abgesperrt und fast zugewachsen.

Oben auf dem Sandberg – Las Arenas – wurde 1970 das Hotel Altavista errichtet. In den 1980er Jahren übernahm die Rumasa-Hotelgruppe (der auch die Hotels Canarife, Bonanza und Interpalace gehörten) das Gebäude und benannte das Hotel in Las Aguilas (die Adler) um. In dieser Zeit traten statische Probleme auf. Die Reparaturkosten überforderten die Hotelgruppe, sodass die spanische Regierung das Hotel wegen nicht gezahlter Löhne und Handwerkerrechnungen enteignete. Bis 1995 stand das Hotel leer. Wegen der anhaltenden statischen Probleme mussten zwei Etagen abgetragen werden.

Danach wurde das Hotel ein Timesharing-Objekt (es konnten begrenzte Nutzungszeiten für Urlaubswochen gegen Einmalzahlungen gekauft werden). In der Fußgängerzone von Puerto wurde dafür geworben und man wurde mit dem Taxi hinauf zu Hotelbesichtigungen gefahren. Wir haben das einmal mitgemacht. Als Begrüßung gab es gleich eine Flasche Gin. Allerdings hatte die Gruppenführung durch die Hotelanlage schon begonnen und wir sollten auf die nächste Führung warten (und schon einmal den Gin probieren?). Das wollten wir nicht, verzichteten auf die Führung (kaufen wollten wir sowieso nicht, nur einmal sehen, was so abläuft) und gingen zu Fuß den Berg hinunter zu unserer Wohnung. Die Flasch Gin haben wir an der Rezeption gelassen, die wollten wir nicht mit uns herumschleppen.  Anders als wir haben sich wohl ziemlich viele Touristen locken lassen und Timesharing-Anteile gekauft, aber nie nutzen können. Die Firma ging in Konkurs und mit den Urlaubswochen im Hotel wurde nichts.

2015 wurde das Hotel wiedereröffnet. Jetzt gehört es zur spanischen Meliá-Hotelgruppe, wie das Hotel Hacienda del Conde am Golfplatz von Buenavista.

Am Pool-Restaurant neben dem Hotel machen wir eine kleine Pause. Von hier oben – und schon vom Weg aus – hat man einen weiten Blick in das Orotava-Tal und über die Küste. 

Blick zum Taoro-Hotel

Blick auf das Hotel Botanico (links) 
und unsere Apartmentanlage (rechts die weißen Häuser)

Blick auf die Küste von Santa Ursula.

Blick auf Durazno und über das Orotava-Tal.
Im Vordergrund eine Gemüse-Finca die vor einigen Jahren
auf aufgegebenen Bananen-Feldern angelegt wurde.

Die Schwimmbad- und Gartenanlage des Hotels
mit Blick über das Orotavatal und die Küste

Noch ein kleiner Spaziergang durch den Garten- und Schwimmbad-Bereich und dann treten wir den Rückweg an. Der ist etwas langweilig, aber nicht vermeidbar, wenn man nicht den gleichen Weg zurückgehen will. Wir gehen den Ascheberg hinunter und dann parallel zur Autobahn an den Supermärkten HiperDino und Lidl vorbei bis San Nicolás (hier war einmal das Restaurant Tito´s Bodegita). 

Die Aschespitze des Berges am Hotel

Unten am Berg steht eine sehr schöne und geflegte Villa,
die vor dem Bau der Autobahn auch ein gute Lage hatte.

Blick zurück auf den Berg und das Hotel.
Der Abbruch eines Teils des Ascheberges hat vielleicht die Standfestigkeit
des Hotels beeinträchtigt. 
Am Fuß des Berges ist die Brückenkonstrucktion der ehemaligen Wasserleitung zu sehen, über die das im Berg aufgefangene Wasser abgeleitet wurde.

Wir gehen die Straße parallel zum Barranco Martiánez hinunter zu unserer Wohnanlage. Man kann auch ein Stück durch den Barranco gehen. Hier wurde vor Jahren ein Fußweg angelegt, der aber schon lange nicht mehr gepflegt wird und etwas verkommen ist. 

Ein einsamer Hahn am Rande des Barrancos. 
In früheren Jahen waren hier immer eine große Zahl an Hühnern und Hähnen anzutreffen. Diesmal waren es nur ein Hahn und ein Huhn. Ob hier jemand Jagd auf die Hühner gemacht hat?

Am Rand des Barrancos ist ein Ziegen-Unterstand, in dem die Ziegenherde untergebracht ist, der ich neulich auf dem Weg zum Marcadona begegnet bin und fast die Geburt eines Zickleins erlebt hätte.

Blick von El Durazno auf den Hotel-Berg



 

 

 Buenavista Küstenweg

30. Januar 2026 

Einer der schönsten Golfplätze auf Teneriffa ist der Golfplatz in Buenavista del Norte. 2003 wurde die 18-Loch-Anlage eröffnet. Der Golfplatz war aber nicht das Ziel unserer Wanderung (mit Marianne und Bert, Ruth und Jürgen, Maria und Uschi). Mit dem Golfplatz wurde auch der Küstenweg Sendero de las Salinas angelegt. Den sind wir schon ein paar Mal gegangen. Und der war auch heute unser Weg. 

Wanderung um den Golfplatz - 6 Kilometer

Wir starten am Friedhof von Buenavista. Es ist ein typisch spanischer Friedhof mit Nischen-Mauern, in denen die Toten in Särgen oder Urnen beigesetzt werden. Seit 1946 wird hier beerdigt. Der Friedhof liegt im Norden von Buenavista und ist von den Bananen-Plantagen an der Küste umgeben. Durch die Bananen-Felder gehen wir auf dem „Zugang zum Strand der Fährmänner“ (Acceso Playa de Los Barqueros) hinunter zur Küste. 

Blick hinüber zum Golfplatz

Der Affodill blüht auch hier

Feigenbäume haben schon erste Früchte

Hier mündet der Barranco de Triana in das Meer. Es ist der Barranco, den wir zum Ende unseres Rundgangs kurz vor dem Stadtzentrum an dem alten Waschplatz von Buenavista durchqueren. Der Name des Barranco ist von dem Ortsteil-Namen Triana in Buenavista abgeleitet. Wahrscheinlich waren es Siedler aus Sevilla in Andalusien aus dem dortigen Ortsteil Triana, die ihrem neuen Zuhause diesen Namen gaben. Ein anderer Name des Barrancos ist „de los Camellos“, der Kamele. Vielleicht wurden auf den Feldern am Barranco Kamele eingesetzt? Erklärlicher ist der Name „Barranco del Valle de El Palmar“. Der Barranco prägt das El Palmar Tal und hat seinen Ursprung im oberen El Palmar Tal. 

Die Playa de Los Barqueros war die Anlegestelle für die Fischer aus Buenavista. Es ist eine von hohen Felsen umgebene Bucht. Wenn man in die Bucht hinuntersteigt, sieht man noch eine verrostete Winde, die die Boote an Land zog, auch die Reste von hölzernen Fischerbooten. Gut zu erkennen ist eine Rosa de Piedra. Solche Steinformationen entstehen, wenn ein Lavastrom aus einer Röhre austritt. Bei der Erkaltung entstehen Brüche, die durch die zylindrische Form des Lavaaustritts wie eine Rosette geformt werden. Die bekannteste Lava-Rosette ist an der Straße von Aguamansa zum Teide zu sehen. 

Die alte Anlegestelle am Fuße der Felsen

Lava-Rosette am Felsen der Bucht

Felsen über der Bucht

Über der Bucht Los Barqueros steht die Ermita de Nuestra Señora del Carmen. Die Kapelle wurde von den Fischern aus Buenavista gebaut. Die Virgen del Carmen ist in Spanien die Schutzpatronin der Meere. 

Die Ermita mit alten Palmen

An der Bucht beginnt der Wanderweg Sendero de las Salinas. Der Name des Weges weist auf das hin, was hier früher gewonnen wurde, das „weiße Gold“. Die Küste wurde von den Lavaströmen der Vulkanausbrüche im Teno-Massiv geprägt. In vielen flachen Mulden sammelt sich bei Flut das Salzwasser und bleibt zurück, wenn das Wasser bei Ebbe abfließt. In der Sonne verdunstet es und Salzkristalle bleiben zurück. Die Menschen sammelten das Salz, es wurde in der Küche oder zum Einsalzen von Fisch verwandt. Bestimmte Salzbecken sollen sogar vererbt worden sein. Bis in die 1970er Jahre wurde das „weiße Gold“ geerntet. Heute weist der Name des Wanderweges und eine Informationstafel auf die frühere Nutzung des Küstenstreifens hin. 

Felslandschaft mit Schwimmbecken gegenüber dem Golfplatz

Der Wanderweg verläuft zwischen den steilen Klippen zum Meer und dem Golfplatz. Gestaltet wurde der Golfplatz von dem spanischen Golf-Weltmeister Severiano Ballesteros, der mehrere Golfanlagen in Spanien und Portugal entworfen hat. Die Golfspieler müssen 6 Kilometer zurücklegen, wenn sie alle 18 Löcher des Platzes bespielen (für die Spielerinnen beträgt die Strecke nur gut 5 Kilometer, warum eigentlich?).  Das ist etwa so viel wie unser gesamter Wanderweg. Ein Unterschied besteht allerdings, manche Golfspieler gehen nicht, sondern fahren mit einem Elektrocaddy von Abschlag zu Abschlag.

Felsen und Fluten

Auf dem Holzsteg geht man bequemer
 als auf dem naturbelassenen Weg

Balsamwolfsmilch am Wegrand

An der nord-westlichen Spitze von Buenavista, Punta Negra, hat die Gemeinde eine Meerwasser-Schwimmhalle gebaut, beheizte Schwimmbecken, mit Fitnessgeräten und Sauna, sehr schön der Landschaft angepasst. Aber warum an dieser, vom Ort weit entfernten Stelle? Gleich dahinter ist das Restaurant El Burgado, die Terrasse mit Blick auf die Wellen des Meeres. 

Das Schwimmbad

Das Dach des El Burgado
Im Hintergrund die Punta del Fraile

Der Name El Burgado des Restaurants erinnert an die Schneckenart, die hier an der Küste vorkommt. Burgados sind eine kegelförmige Meeresschneckenart, die schon von den Guanchen gegessen wurden. Archäologen haben eine Reihe von Muschelhaufen aus der Guanchenzeit entdeckt. 

Muschelberg
Eine archäologische Fundstelle am Golfplatz-Weg

Hier endet der Sendero de las Salinas. Es folgt die Playa de las Arenas (des Sandes) und die Playa de las Mujeres (der Frauen). Man kann an der Küste weiterwandern, bis zur Playa Punta Fraile unterhalb der Felsenklippe mit dem Mirador Punta del Fraile, der Spitze des Mönchs. Hier hat kein Mönch meditiert, wie auf dem Peñon in Puerto de la Cruz. Das Aussehen der Klippe soll an einen Mönch erinnern. Am Punta de Fraile führt die Straße von Buenavista zum Leuchtturm Punta del Teno durch einen Tunnel. Von der Küste aus ist er gut zu erkennen.

Hinter der Playa Punta Fraile endet der Wanderweg an der Felswand des Punta Fraile und man muss ihn wieder zurückgehen. Wir haben die Strecke heute ausgespart und sind vom El Burgado die Calle Vista la Monja entlang der nördlichen Grenze des Golfclubs gegangen. Im Restaurant des Golfclubs haben wir unsere „Halbzeit-Pause“ gemacht (sonst oft auch im El Burgado). Danach weiter bis zur Hacienda del Conde.

Ein langes "Bank-Band" aus Keramik-Scherben
säumt den nördlichen Weg am Golfplatz

Blick auf den Golfplatz vom Club-Restaurant

Teil des Hotels Hacienda del Conde

Im Jahr 1995, zwei Jahre nach dem Tod des kinderlos gestorbenen letzten Grafen von Siete Fuente, Ildefonso Salazar-de-Frías del Hoyo-Solórzano, 1o. Conde de Siete Fuentes, kaufte die Inselregierung das Land in Buenavista von seinen Erben. 201o wurde der Golfplatz angelegt und das Hotel Hacienda del Conde gebaut, das von der Meliá-Hotelgruppe betrieben wird. 

Seit 2015 gehören der Golfplatz und das Hotel der CIO-Gruppe der Familie Zamorano, die mit Tabakfabriken groß geworden war. Jetzt gehören der Gruppe u.a. die Wasserquellen in Villaflor mit der Wassermarke Fuentealta und mehrere touristische Objekte wie das Hotel Bahia del Duque. 

Gleich hinter dem Hotel kommen wir an dem Gründungsort Buenavistas vorbei, der Hacienda de la Fuente (erbaut 1502 bis 1506) mit der Ermita de La Visitación (der Heimsuchung) von 1541 (die Holz-Kassettendecke im Mudejar-Stil soll noch original erhalten sein). In der Kapelle sind der letzte Conde und seine Eltern begraben.

Kapelle der Heimsuchung

Die Hacienda geht auf Juan Méndez den Älteren, gestorben 1536, zurück.  Er stammte aus dem spanischen Huelva, war an der Eroberung von La Palma und Teneriffa beteiligt und gründete die Stadt Buenavista. Er erhielt die besten Ländereien mit guten Wasserquellen, die Hacienda de la Fuente. Wegen der dort wachsenden Palmen wurde sie auch als „Hacienda de la Fuente de Las Palmas“ bezeichnet. In der Zeit wurde Zuckerrohr und Wein angebaut, im El Palmar-Tal Getreide, das in einer Wassermühle der Hacienda gemahlen wurde. Damals floss noch Wasser durch den heute (wegen der Wasserstollen) trockenen Barranco. 

Im 17. Jahrhundert erhielt die Familie den Titel eines Marquis. Irgendwann wurde daraus ein Grafen-Titel, Conde, und da die Anzahl der Quellen wohl sieben war, wurde es der Titel eines Grafen der sieben Quellen. Der letzte Graf von Siete Fuente war Ildefonso Salazar-de-Frías del Hoyo-Solórzano, 1o. Conde de Siete Fuentes.  

Vor dem alten Stadtkern durchqueren wir den Barranco de Triana. Das ist der, an dem wir unten am Meer den Spaziergang auf dem Sendero de las Salinas begonnen haben. Hier, vor der Stadt, ist noch der alte Waschplatz Lavaderos del Barranco del Triana erhalten (wie der Barranco auch jetzt ohne Wasser). Oberhalb des Barrancos liegt der Stadtteil Triana, in dem einst Siedler aus Andalusien wohnten. Der Hauptplatz von Buenavista ist der Plaza de los Remedios mit der Kirche Nuestra Señora de Remedios (Virgen de Remedios ist die Heilige Jungfrau Maria der Heilmittel). 1513 bis 1518 wurde die Kirche gebaut. Die heutige Kirche wurde bei einem Brand 1996 stark beschädigt und neu errichtet.

Der alte Waschplatz

Buenavista del Norte geht auf die Gründung der Hacienda de la Fuente im Jahre 1501 durch Juan Méndez el Viejo zurück. Der stammte aus dem spanischen Extremadura, war an der Eroberung des moslemischen Königreichs Granada beteiligt (1482 bis 1492, es war die letzte und entscheidende Eroberung der Reconquista, der Rückeroberung des arabischen Al Andalus auf der spanischen Halbinsel) und danach war er bei der Eroberung Teneriffas 1494 bis 1496 dabei.

So wie Juan Méndez waren viele Adlige und Soldaten erst Teilnehmer an den Reconquista-Kriegszügen gegen das arabische Spanien-Reich und danach bei der Eroberung der Kanarischen Inseln. Nach dem Sieg über das letzte arabische Territorium auf der spanischen Halbinsel, Granada, waren sie „beschäftigungslos“. Mit den Eroberungen der Kanarischen Inseln hatten sie eine Gelegenheit, ihren bisherigen Lebensinhalt fortzuführen.

Die Hacienda von Juan Méndez benötigte wie die Nachbar-Güter anderer Adliger Arbeiter für den Anbau des Zuckerrohrs. Aus deren Ansiedlungen entstand der Ort Buenavista, der 1513 beurkundet wurde. Die Mehrzahl der Siedler kam aus Portugal, neben andalusischen Siedlern. Das erste, 1512 begonnene Kirchenbuch der katholischen Gemeinde wurde in portugiesischer Sprache geschrieben.

Zur Stadt Buenavista del Norte gehören neben dem Hauptort Buenavista auch das El Palmar Tal und das Teno Gebirge und ihre Orte.

Pavillon Stadtplatz vor der Kirche
Die meist zweistöckigen Pavillons sind der kulturelle Mittelpunkt
der Städte. Hier trifft man sich und gelegentlich erklingt Musik.

Die Kirche von Buenavista

Vom Plaza de los Remidos gehen wir durch die Stadt hinunter zum Parkplatz am Cementario. 

Mandelbäumchen am Weg

Der Friedhof - Start und Ende der Wanderung

Die Rückfahrt erfolgt zunächst bis zum Restaurant El Mundial, das zu Los Silos gehört. Die Straße von Los Silos bis zum Restaurant führt oberhalb der Küstenklippen entlang. Eine schmale Straße, aber mit sehr schönem Blick auf das Meer und die an die Küste heranrollenden Wellen. An der Straße fahren wir an der Ruine einer ehemaligen Zuckerfabrik vorbei. Ein englisches Handelshaus ließ die Fabrik für die Verarbeitung von Rohrzucker 1889/1890 bauen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Anbau von Zuckerrohr durch Bananenplantagen verdrängt. Die Rohrzuckerfabrik wurde stillgelegt.

Das Restaurant El Mundial 82 liegt direkt am Meer. Wenn man einen Fensterplatz erwischt, kann man nicht nur gut essen, sondern auch das Spiel der Wellen genießen. Frischer Fisch ist selbstverständlich, aber es gibt auch Fleisch-Gerichte und natürlich Salate. Das Restaurant ist ein schöner Abschluss unserer kleinen Wanderung.

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 Spaziergang zur Mole

26. Januar 2026

Die Küste der Altstadt von Puerto de la Cruz wird durch eine Mole geschützt, die vom Hafen bis zur Playa Jardin führt. Auf ihr atmet man die salzdurchtränkte Seeluft wie bei einem Gradierwerk ein. Man schmeckt das Meersalz auf den Lippen. Allerdings muss man aufpassen, dass die Wellen nicht über die Mauer kommen. Bestenfalls wird man durchnäßt. Es hat auch schon Unfälle mit tödlichem Ausgang gegeben, wenn Besucher alle Warnung in den Wind geschlagen haben. Auf jeden Fall sollte man Schuhe mit fester Sohle anhaben. Das Salzwasser wäscht die Oberfläche der Schutzmauer-Betonklötze immer mehr aus, immer spitzer werden die stehenbleibenden Steinsplitter.

Küstenwanderung nach Punta Brava, 9 Kilometer

Heute waren die Wellen mäßig, stark genug, dass die Salzluft zu spüren war, schwach genug, dass nur einzelne Wogen an die Mole kamen.

Wir starten bei uns in der Urbanización el Botanico und gehen die Avenida Marqués de Villanueva del Prado hinunter, vorbei am Hotel Botanico und dem Canary Center, bis zum Mirador La Paz (siehe auch: Unser regelmäßiger Spaziergang. Link zum Bericht).

Urbanización el Botanico oder Urbanización La Paz. Bisher sind wir immer davon ausgegangen, dass die Wohnanlage La Rosaleda, in der wir wohnen, zum Stadtteil La Paz gehört. Neulich hat uns ein Taxifahrer aufgeklärt, dass unser Ziel nicht in La Paz, sondern in El Botanico läge. Natürlich habe ich gleich im Internet nachgesehen, aber ich konnte keine Karte mit den Grenzen der Ortsteile von Puerto finden. In einer amtlichen Mitteilung wurde unsere Straße Camelia beiden Ortsteilen zugeordnet.

An der Zugangsstraße zum Hotel Botanico ist das Landhaus der Bahnanenplantage, die dort einmal war, noch erhalten. Bis in die 1950er Jahre bestand die Ortslage aus Bananenplantagen. In dem Landhaus hatte der Eigentümer lange Jahre noch ein Büro, das angesichts seines Alters aber wohl nur eine Freizeitbeschäftigung war. Jetzt steht das alte Landhaus Yeoward Intercon zum Verkauf.

Casa Yeoward.
Im Hintergrund das Hotel Botanico.

Das Landhaus früher, inmitten von Bananen.

Der alte Herr Yeoward, den ich manchmal gesehen habe, war wohl Sir Anthony Yeoward. Von ihm habe ich einen Nachruf vom August 2020 im Internet gefunden: Anthony Yeoward kam 1947 nach Teneriffa. Er hat den Stadtteil El Botanico entwickelt und war im Immobiliensektor tätig. Seiner Familie gehörten die Bananenplantagen, auf denen die Häuser des Stadtteils gebaut wurden. Die Casa Yeoward war der Sitz des Yeoward-Familienunternehmens. Sie kauften Anfang des 20. Jahrhundert das im kanarischen Stil errichtete Haus aus dem 18. Jahrhundert für ihren Bananenhandel.

Anthony Yeoward war der Enkel von Richard Joseph Yeoward, der mit seinem Bruder Lewis Herbert Yeoward 1898 eine Schifffahrtsgesellschaft für den Import von Bananen der Kanarischen Inseln gründete. Sie betrieben auch eine Kreuzfahrtlinie zwischen Liverpool, Lissabon und Madeira und entwickelten sich auf Teneriffa zum größten Bananenexporteur nach Großbritannien.

Am Hafen von Puerto de la Cruz, hatten die Yeoward eine Bananen-Packanlage, die um 1929 am Pier El Penitente (Hafen von Puerto) gebaut wurde. Die Packanlage hat wohl auf der Fläche des jetzigen Parkplatzes gestanden.

Yeowards verschifften Bananen, Tomaten und Kartoffeln nach Großbritannien.

Dass einmal Kartoffeln von den Kanarischen Inseln exportiert wurden, verwundert aus heutiger Sicht. Wir müssen suchen, um einheimische Kartoffeln zu kaufen. In den Supermärkten gibt es fast nur englische Kartoffeln. Tatsächlich wurden ab dem 16. Jahrhundert Kartoffeln, deren Saatgut aus Südamerika kam, angebaut. Die Kartoffeln wurden als Papas antiguas bezeichnet, auch als Papas andigenas (aus den Anden kommend).

Die ersten Kartoffeln sollen 1622 in Icod Alto auf dem Land von Juan Bautista de Castro Navarro angebaut worden sein, der sie aus Peru mitbrachte. 
Nach Preußen kam die Kartoffel erst ein Jahrhundert später. Friedrich der Große befahl nach einer Hungersnot 1746 den Anbau von Kartoffeln in Pommern.

Die Kartoffelsorte aus Peru gibt es heute noch auf Teneriffa als Papas negras oder auch als Papas bonitas. Sie macht allerdings nur etwa 3 % der auf den Kanaren angebauten Kartoffeln aus. Entsprechend teuer sind sie. Es sind kleine, runzelige Kartoffeln mit gelbem Fruchtfleisch, die als Papas Arrugadas (Runzelkartoffeln) mit Meersalz gekocht und ungeschält mit Mojo (typische kanarische Soße, „grün“ mit Koriander und Petersilie zubereitet, „rot“ mit Paprikapulver) gegessen werden.

Die spanisch-britische Schule am Taoro-Park geht auf die Initiative der Yeowards zurück.

1955 wurde der Hafenbetrieb der Yeoward Bros. Line eingestellt, nachdem ihr letztes Schiff, die Alca, untergegangen war. Eine Wohnanlage an der Calle Richard J. Yeoward, in der Freunde wohnen, heißt Edificio Alca. Daneben ist die Edificio Alondra.  Beide Wohnanlagen wurden nach Schiffen der Yeoward-Linie benannt.

Auf dem Land der Yeoward-Bananenplantage wurde 1974 das Hotel Botánico gebaut, dass 1995 von Wolfgang Kiesling übernommen wurde, der zuvor (1972) den Loro Park gegründet hatte.

Der Mirador La Paz ist nach Agatha Christie benannt, der bekannten englischen Kriminalroman-Autorin, die nur eine kurze Zeit auf Teneriffa war, einen Kriminalroman mit Bezug auf La Paz schrieb (Der seltsame Mister Quin) und an die deswegen an mehreren Stellen in Puerto de la Cruz erinnert wird (siehe "Unser regelmäßiger Spaziergang"). Der Mirador bietet einen Blick hinunter auf die Playa de Martiánez und die Schwimm-Landschaft Lago Maritánez. 

Mirador La Paz - Plaza Agatha Christie

Wir gehen an der kleinen Kapelle San Amaro vorbei und die Gasse Calle San Amaro hinunter in die Stadt.

Kapelle San Amaro

Am Mirador de la Paz soll in vorspanischer Zeit ein spiritueller Platz der Guanchen gewesen sein. Unterhalb des Miradors hat man Bestattungs-Höhlen gefunden.

Nach dem Sieg der spanischen Eroberer folgte die Christianisierung der Inselbewohner. Christliche Bauten sollten die Guanchen-Kultstätten und die Erinnerung daran überlagern. Also wurde bei dem Kultplatz am Mirador eine Kirche errichtet, die Ermita de San Amaro, dem Heiligen San Amaro geweiht.

San Amaro, auch Heiliger Sankt Mauro, lebte von 500 bis 584 und war Nachfolger des Heiligen Benedikt (Gründer des Benediktiner-Ordens).

Der Bau der Kapelle wurde 1591 von dem spanischen Hauptmann und Mitglied der Inselregierung Juan Mesa y Lugo veranlasst (fast genau 100 Jahre vorher war 1495 die entscheidende Eroberungsschlacht von Acentejo bei La Matanza).

San Amaro war lange Zeit die einzige Kirche in dem Gebiet des heutigen Puerto de la Cruz. Die heutige Hauptkirche von Puerto de la Cruz, Nuestra Señora de la Peña de Francia (heilige Jungfrau von Peña) wurde erst 1697 im Zuge der Besiedlung des Gebietes um den Hafen von Orotava (heute Puerto de la Cruz) errichtet.

Umgeben war San Amaro zuerst von Zuckerplantagen, dann von Weinfeldern und danach von       Bananenplantagen.  Nicht weit von der Kapelle entfernt, ließ sich 1702 Bernardo Valois (der als Bernhard Walsh aus Irland nach Teneriffa kam) das Herrenhaus La Paz bauen. Sein Schwiegersohn und Erbe war Juan Cólogan Blanco, weshalb das Herrenhaus auch als Casa Cólogan bezeichnet wird.

Vom Herrenhaus zur Küste führt ein von Zypressen gesäumter Weg, den es zurzeit von Agatha Christie (1890 – 1976, britische Schriftstellerin) schon gab. Damals allerdings inmitten einer Bananenplantage, heute von Einfamilienhäusern und Villen gesäumt. Die Episode „Der Mann vom Meer“ in ihrem Buch „Der geheimnisvolle Mr. Quin“ läßt Agatha Christie in La Paz geschehen und beschreibt das Herrenhaus und den kleinen Weg zum Meer, den Paseo de los Cipreses. Jetzt ist der Weg nach Agatha Christie benannt.   

Die Calle San Amaro wird von den Treppen der Callejon de las Cabras (Ziegengasse, früher wurden hier die Ziegen hinunter zum Meer geführt) abgelöst. An die Stufen sind die Titel der Kriminalromane Agatha Christie´s gemalt, eine der Erinnerungen an die Schriftstellerin. Von den Treppen schaut man über den Barranco Martiánez hinüber zu dem wiedereröffneten Taoro-Hotel.

Blick von der Callejon
auf das renovierte Taoro-Hotel

Die Treppen enden an dem Calzada Martiánez, den man auch anstelle der Treppen gehen kann und der vor der Einmündung in die Avenida Aguilar y Quesada den Baranco Martiánez überquert. Wir gehen parallel zur Avenida den Paseo Martiánez in Richtung Martiánez-Bucht. Das ist eine von Palmen gesäumte Fußgänger-Promenade. Ursprünglich waren die Blumenbeete zwischen den Palmen mit Rasenflächen verbunden. Seit neuestem sind sie durch Felder mit weißen Steinen ersetzt worden, die einen hellen Streifen parallel zu den Fußwegplatten bilden. Zwischen der Avenida und dem Berghang des Mirador La Paz ist das Einkaufszentrum Centro Comercial Martiánez.

Paseo Martiánez

Der Name des Barrancos Martiánez geht auf einen der ersten Landbesitzer zurück, den Portugiesen Martin Yanes, der 1522 hier Zuckerrohr anbaute.

Der Palmenweg endet an der Carretera Este (Hauptzufahrtstraßen von der Autobahn in die Stadt). Früher fuhren die Autos hier weiter in die Stadt hinein. Schon seit mehreren Jahren ist die Carretera ab hier eine Fußgängerzone entlang der Martiánez-Bucht, vorbei am Martiánez-Bad. Die Fußgängerpassage heißt ab hier Avenida Cristobal Colón, der Straßenname stammt noch aus der Zeit der Autostraße, und wird dann der Paseo de San Telmo.

Der Platz an der Martiánez-Bucht ist immer gut besucht.

Das Martiánez-Bad ist im Zuge einer Umgestaltung der Küste entstanden. Bei der Planung wurde der auf Lanzarote lebende Künstler César Manrique hinzugezogen. 1977 wurde der letzte Abschnitt der Badelandschaft mit mehreren Schwimmbecken fertiggestellt. César Manrique war ein Verfechter der traditionellen kanarischen Bauweise. Auf Lanzarote bezog er beim Bau seines Hauses die vorgefundenen Lavahöhlen als Wohnräume in sein Haus ein. Wir haben es zu Beginn unserer Teneriffa-Zeit bei einer Kreuzfahrt zu den kanarischen Inseln kennengelernt. Auf Teneriffa hat er neben dem Martiánez-Bad auch die Badebuchen der Playa Jardin gestaltet.

Ein Teil des Martiánez-Bades

Barlovento
Skulptur von César Manrique 
Kegel drehen sich im Wind

Blick über das Martiánez-Bad
auf den Plaza de Europa

Die Fußgängerzone, die hier der Paseo San Telmo ist, führt am Playa San Telmo entlang, einst eine der historischen Schiffs-Anlandungsstellen von Puerto de la Cruz. Jetzt ist dort eine Badestelle, so wie es aussieht wohl hauptsächlich von Einheimischen genutzt. Am Ufer steht die Kapelle San Telmo. Sie wurde 1780 auf Veranlassung der Seefahrergilde errichtet, nachdem eine Vorgängerkapelle von 1608 durch einen Brand vernichtet wurde.

San Telmo

Dem Paseo San Telmo folgt die Calle Quintana, ebenfalls ein Fußgängerbereich, bis zum Plaza del Charco. Wie der Paseo ist auch die Quintana von Restaurants, Geschäften und Hotels gesäumt. Es ist die Haupt-Flaniermeile von Puerto. An der Quintana steht die Hauptkirche von Puerto, die Iglesia Nuestro Señora de la Peña de FranciaDie Kirche wurde 1684 fertiggestellt. Der Glockenturm wurde 1898 hinzugefügt. Der Kirchenname bezieht sich auf ein Heiligtum auf einem Berg in der Sierra de Francia in der Provinz Salamanca, ein Bild Marias als Schwarze Madonna. Die gegenüberliegende Schule war bis 1925 ein Kloster (der Heiligen Katharina). 

Gegenüber sind die Traditions-Hotels Monopol und Marquesa.

Das Gebäude des Hotels Monopol stammt von 1742. Hier wurde Agustín de Betancourt 1758 geboren. Er war spanischer Offizier und Marschall der russischen Armee. Mehrere Bauten und Projekte in Sankt Petersburg gehen auf ihn zurück. In seiner spanischen Zeit entwickelte er die erste optische Telegraphenlinie von Cadiz nach Madrid. Ab 1888 wurde das Haus als Hotel genutzt.

 

Das Hotel Marquesa besteht seit 1887.  Davor wohnte dort die Marquesa de la Candia, nach ihr ist das Hotel benannt. Gebaut wurde das Haus 1712 von Bernardo Valois, einer der irischen Händler, die sich in der Zeit auf Teneriffa niederließen.

Der Patio des Hotel Marquesa


Bernando Valois wurde als Bernard Walsh Carew (Walsh war der Name des Vaters, Carew der der Mutter) 1663 in Irland geboren. Mit 16 Jahren verließ er Irland und ging zu seinem Onkel nach Ostende in Belgien. Mit 21 Jahren folge er seinem Bruder nach Teneriffa, der in La Orotava Weingroßhändler und Vertreter von Reedereien war. Ein weiterer Bruder handelte auf Gran Canaria mit Weizen und Mais. Bernando Valois übernahm die Geschäfte seines Bruders und wurde ein erfolgreicher Kaufmann.


Außer dem Haus in Puerto baute er sich das Herrenhaus Finca La Paz (s.o.). Er war Patron der Kapelle San Amaro und in der Kirche Nuestra Señora stiftete er die Kapelle San Patricio (Heiliger der Iren), in der sich auch das Familiengrab befindet.
Die Tochter von Bernando Valois heiratete Juan Cologan Blanco, ebenfalls ein Ire, der als John McCologan White nach Teneriffa kam. Eine Nachfahrin war Laura de Cologan Franchi, 4. Marquesa de la Candia. Marques de la Candia war ein spanischer Adelstitel, der 1806 durch Heirat an die Familie Cologan ging.

Der Plaza del Charco, ist der Platz vor dem Hafen. Zu Beginn des Aufbaus der Stadt wurde der Platz regelmäßig überschwemmt, darum heißt er heute noch so, die Pfütze.

Ab dem Hafen schützt eine Mauer, die Mole, den alten Ortsteil Ranilla vor den Fluten des Atlantiks. Sie reicht bis zu den Badebuchten der Playa Jardin. Zwischen den Häusern des alten Fischer-Stadtteils Ranilla und der Mole hat die Stadt einen Parkplatz angelegt, der trotz seiner Größe fast immer gut belegt ist. Wer von außerhalb kommt, muss hier parken. In der Altstadt sind die wenigen Parkplätze immer besetzt. Der Wunsch der Stadt, hier einen großen maritimen Bereich mit einem Kreuzfahrtschiff-Anleger zu bauen, wird wohl die nächste Zeit nur ein Wunsch bleiben.

Gegen Ende der Mole, in Höhe des Fußballstadions und der Schwimmanlage (nach langer Sanierungs-Zeit ist jetzt wieder Wasser in dem großen Sportbecken), haben Sturmfluten eine Lücke in die Schutzmauer gerissen. Die Abtragungen dahinter werden immer größer. Es ist eine Frage der Zeit bis der jetzt nur noch schmale Damm auch geflutet wird. Vorsichtshalber ist der tiefer gelegene Fußballplatz mit einer Schutzmauer versehen worden.

Die Lücke in der Schutzmauer

Vor der Playa Jardin befindet sich das Castillo San Felipe, ein Teil der Küstenbefestigung des 17. und 18. Jahrhunderts zur Abwehr von Piraten und Freibeutern, auch von englischen Kaperschiffen. Teneriffa war eine Zwischenstation an der Handelsroute von Amerika nach Europa. Das Fort wurde 1655 fertiggestellt, um den Anlandeplatz (die Schiffe lagen auf Reede, kleinere Boote transportierten die Waren zum Ufer und umgekehrt) vor der Schlucht San Felipe zu schützen. 35 Soldaten waren in dem zweistöckigen Bau stationiert. Viel Platz hatten sie wohl nicht, denn sehr groß ist das Gebäude nicht. Umgeben war das Fort von einem Wassergraben, über den eine Zugbrücke führte. Zum Fort gehörte ein etwas entfernter angelegtes Pulverlager, El Polvorin, das durch einen unterirdischen Gang mit dem Fort verbunden war. 1878 wurde die Festung aufgegeben. Jetzt wird das Castillo von der Stadtverwaltung kulturell genutzt.

Castillo San Felipe

Das Castillo war eine von vier Befestigungsanlagen, die die damaligen Anlandeplätze schützen sollten. Am Puerto Nuevo (der heutige Hafen) wurde die Bateria Santa Barbara unweit des Zollhauses errichtet (heute am Europaplatz). Die Anlandestelle San Telmo wurde durch die Bateria San Telmo geschützt. Die Anlage gibt es nicht mehr. Nur die Kapelle San Telmo, die im Bereich der Festung errichtet wurde, existiert noch. Am Martiánez-Strand befand sich die Bateria San Carlos. Sie wurde im Jahr 1826 durch eine Flutkatastrophe weggespült und nicht wieder aufgebaut.

In der Flutkatastrophe von 1826 ergossen sich große Wassermassen durch die Barancos Martiánez und San Felipe in das Meer. Über 200 Menschen kamen dabei um. Über 300 Häuser wurden zerstört. Das erinnert an eine Flutwelle durch starke Regenfälle im Jahr 2009 (wir waren auf der Insel), als im Baranco San Felipe geparkte Autos in das Meer gespült wurden.

Die Playa Jardin besteht aus mehreren Buchten, die von Cesar Manrique gestaltet wurden. Hinter den Badebuchten kommen die Häuser des Stadtteils Punta Brava.

Die Häuser von Punta Brava (Wilde Spitze) liegen auf einer kleinen Halbinsel, wohl durch einen Lavafluss entstanden. Gegenüber hat in den 1970er Jahren Wolfgang Kiesling aus Köln auf Bananenfeldern einen Papageienpark angelegt, den Loro Park, der jährlich 3 Millionen Besucher (2023) anzieht. In den 1950er Jahren wurden die ersten Straßen und Häuser von Punta Brava gebaut, kleine eingeschossige Häuser für die Arbeiter der Bananenplantagen (An anderer Stelle im Internet wird Punta Brava als altes Fischerdorf beschrieben. Wo allerdings ein Anlegeplatz für die Fischerboote gewesen sein soll, bleibt offen.). Das Bild hat sich inzwischen verändert. Die Häuser wurden für die nachwachsenden Familien aufgestockt. 

Jünger als Punta Brava ist die 
Iglesia de Santa Rita von 1981
zwischen der Calle Bencomo und der Av. Loro Parque
(Bencomo war der Guanchen-Mencey des Taoro-Königreichs)

Wir gehen an den Buchten entlang bis Punta Brava. Vorbei an dem Fischrestaurant Rincon del Mar, das heute geschlossen hat. Zurück gehen wir oberhalb der Playa. Hier sind die Restaurants Andana Beach Club und Quiosco Playa Jardin.

Werbung für den Loro-Park,
in dem nicht nur 4.000 Papageien leben,
sondern auch Gorillas.

Im Quiosco machen wir immer, wenn wir diese Küstentour gehen, eine Pause. Danach geht es weiter bis zum Castillo, dann an den Eingangsseiten der Schwimm- und Fußballstadien entlang und am Peñon del Fraile, Felsen des Mönchs, vorbei.

Das neue Schwimmstadion

Penon de Fraile

Der Peñon ist ein Vulkanfelsen, der durch den Ausbruch des Taoro-Vulkans im Jahre 1430 entstanden ist. Auf dem Taoro ist heute das gerade wiedereröffnete Hotel und der Taoro Park (siehe "Taoro-Wanderung", Link zum Bericht). Auf dem Peñon soll im 17. Jahrhundert ein Mönch regelmäßig auf den Felsen gestiegen sein, um hier zu meditieren. 1855 wurde auf dem Felsen ein Kreuz unter einer Kuppel errichtet, jetzt ein schöner Aussichtspunkt.

Calle Mequinez

Unsere letzte Stecke ist die Calle Mequinez, bis zum Taxi-Stand am Charco.